1&1 mischt den deutschen Mobilfunkmarkt auf – und baut schneller als geplant
Lilian Barth1&1 CEO Dommermuth Rules Out Sale to Telefónica - 1&1 mischt den deutschen Mobilfunkmarkt auf – und baut schneller als geplant
1&1 hat sich seit seinem Markteintritt im Oktober 2023 als vierter Mobilfunkanbieter in Deutschland kontinuierlich etabliert. Bis Ende 2025 deckte das Netz des Unternehmens bereits 27 Prozent der deutschen Haushalte ab – und übertraf damit die regulatorischen Vorgaben. Gleichzeitig liegt Gründer Ralph Dommermuth weiterhin im Rechtsstreit mit der Bundesnetzagentur über die Frequenzvergabe.
1&1 stieg Ende 2023 in den deutschen Mobilfunkmarkt ein und brach damit die Vorherrschaft von Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica O2 auf. Innerhalb von zwei Jahren steigerte das Unternehmen seinen Marktanteil von unter einem auf etwa 2–3 Prozent bis 2025. Die etablierten Anbieter bleiben zwar weiterhin stark – Deutsche Telekom hält 35–38 Prozent, Vodafone 28–30 Prozent und O2 25–27 Prozent –, doch der Wettbewerb hat zu sinkenden Preisen für Verbraucher geführt.
Der Netzausbau schreitet schneller voran als geplant. Ursprünglich hatte die Regulierungsbehörde eine Abdeckung von 25 Prozent der Haushalte bis Ende 2025 vorgegeben, doch 1&1 übererfüllte dieses Ziel mit 27 Prozent. Prognosen gehen nun davon aus, dass die Versorgungsquote bis Ende 2026 auf 35 Prozent steigen wird.
Ralph Dommermuth, der Gründer von 1&1, wies wiederholt Spekulationen über einen Verkauf des Geschäfts zurück. Stattdessen betonte er das langfristige Engagement für das Netzprojekt. Gleichzeitig kritisierte er die Entscheidung der Bundesnetzagentur, Niederfrequenzbänder an die bestehenden Anbieter zu verlängern, und bezeichnete dies als rechtswidrig. Trotz des Streits zeigt sich Dommermuth jedoch offen für pragmatische Zusammenarbeit, etwa beim gemeinsamen Nutzen von Mobilfunkmasten in ländlichen Gebieten, um die Effizienz zu steigern.
Die Ankunft eines vierten Anbieters hat den Markt aufgemischt. Die Preise für Mobilfunkdienste sind gesunken – zum Vorteil der Verbraucher –, während 1&1 weiterhin seine Infrastruktur ausbaut.
Das Netz von 1&1 deckt mittlerweile mehr Haushalte ab als von den Behörden gefordert, und bis 2026 wird mit weiterem Wachstum gerechnet. Die Expansion des Unternehmens hat den Wettbewerb verschärft und zu günstigeren Konditionen für Mobilfunkkunden geführt. Dommermuths Rechtsstreit um die Frequenzvergabe bleibt zwar ungelöst, doch sein Fokus liegt weiterhin auf dem Ausbau des Netzes – und nicht auf einem Verkauf.






