21. März 1933: Wie der "Tag von Potsdam" Deutschlands Schicksal besiegelte
Artur HofmannIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - 21. März 1933: Wie der "Tag von Potsdam" Deutschlands Schicksal besiegelte
21. März 1933 – ein Wendepunkt der deutschen Geschichte
Der 21. März 1933 ging als "Tag von Potsdam" in die Geschichte ein und markierte den Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Diktatur. Im Mittelpunkt stand die Garnisonkirche, wo Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg vor dem Gebäude mit einem symbolträchtigen Händedruck fotografiert wurden.
Heute gilt dieser Tag als Geburtsstunde des "Dritten Reiches". Jährlich findet am historischen Ort eine Gedenkveranstaltung statt, um an die Bedeutung dieses Datums zu erinnern.
Die Garnisonkirche, Schauplatz der Zeremonie, durchlebte eine bewegte Geschichte. 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstört, blieben ihre Ruinen bis 1968 bestehen, ehe die DDR-Behörden sie abreißen ließen. Jahrzehnte später initiierte der private Verein Förderverein Garnisonkirche Potsdam e. V. eine Kampagne für den Wiederaufbau. 2016 begannen die Arbeiten, und am 28. August 2023 wurde das neue Gebäude – mit einer Glaskuppel und einem symbolischen Nachbau des ursprünglichen Turms – feierlich eröffnet.
Das Projekt löste heftige Kontroversen aus. Kritiker warnten, der Wiederaufbau könnte den preußischen Militarismus verherrlichen und Assoziationen an die NS-Zeit wecken – besonders vor dem Hintergrund von Hitlers Rede 1933 vor den Ruinen der Kirche. Befürworter sahen darin hingegen einen Akt der kulturellen Bewahrung und Versöhnung. Politisch spaltete das Vorhaben die Gesellschaft: Während konservative Kreise die Rekonstruktion unterstützten, lehnten linke Gruppen sie als Schritt in Richtung geschichtlicher Verklärung ab.
Der "Tag von Potsdam" bleibt eines der prägendsten Symbole des NS-Machtantritts. Der fotografierte Händedruck zwischen Hitler und Hindenburg stand für das Bündnis zwischen den alten konservativen Eliten und dem neuen Regime – ein Moment, der den Übergang von der Demokratie zur Diktatur besiegelte und Deutschlands Zukunft nachhaltig prägte.
Heute steht die Garnisonkirche wieder – als historisches Denkmal und Mahnmal einer komplexen Vergangenheit. Die jährlichen Gedenkveranstaltungen am 21. März sorgen dafür, dass der "Tag von Potsdam" nicht in Vergessenheit gerät. Sein Erbe wirkt bis heute in Debatten über Erinnerung, Geschichte und die Folgen politischer Macht nach.






