25 March 2026, 12:24

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – trotz Konjunkturschwäche

Schwarze und weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt "Weitpreubliche Zeitung", mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Umgebung.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – trotz Konjunkturschwäche

Eine neue Analyse zeigt, dass die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF in ihren Talkshows wirtschaftspolitischen Themen weniger Sendezeit einräumen. Die von INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben geleitete Studie kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Vertreter aus der Wirtschaft nur selten zu wirtschaftlichen Fragestellungen eingeladen werden – selbst inmitten der längsten Wirtschaftsschwächephase Deutschlands der letzten Jahre.

Die Erkenntnisse verdeutlichen einen deutlichen Themenschwerpunktwechsel: Wirtschaftliche Debatten werden seltener geführt, und Unternehmer sowie Branchenvertreter kommen kaum zu Wort. 2025 widmeten nur noch 20 Prozent der Talkshow-Folgen wirtschaftspolitischen Themen einen Platz – ein spürbarer Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. In die Untersuchung einbezogen wurden Formate wie Markus Lanz, Caren Miosga und Maybrit Illner, die allesamt einen Rücklauf an wirtschaftlichen Diskussionen aufwiesen.

Wurden wirtschaftliche Themen überhaupt behandelt, fehlten oft Vertreter aus der Wirtschaft. In 32 Prozent dieser Sendungen war kein Unternehmer oder Branchenexperte zu Gast. Besonders auffällig: Bei Maischberger verzichtete man in 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Debatten vollständig auf eine unternehmerische Perspektive.

Thorsten Alsleben kritisierte die Sender scharf für die Vernachlässigung ihres öffentlichen Auftrags. Er argumentierte, dass die fehlende Einbindung von Wirtschaftsvertretern – die lediglich fünf Prozent der Gäste ausmachten – dazu führe, dass wichtige Stimmen in zentralen Debatten nicht gehört würden. Alsleben wies zudem darauf hin, dass die Sender wirtschaftliche Themen ausgerechnet in einer Phase ausblendeten, in der Deutschland mit der längsten Konjunkturschwäche seit Jahren kämpft.

Eine Ausnahme bildete hart aber fair: Das Format widmete 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und bezog dabei konsequent Vertreter aus der Wirtschaft ein.

Der INSM-Bericht fordert eine stärkere Einbindung von Wirtschaftsführern in Talkshows, insbesondere wenn es um wirtschaftspolitische Themen geht. Da Unternehmer und Branchenvertreter nur einen geringen Anteil der Gäste stellen, legt die Analyse nahe, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die wirtschaftliche Realität nicht ausreichend abbilden.

Der Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung fällt in eine Zeit, in der Deutschland mit anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist – und wirft die Frage auf, ob zentrale Perspektiven überhaupt noch Gehör finden.

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