02 April 2026, 08:26

Bahnbrechender Nachweis: Supraleitung in wasserstoffreichen Materialien erstmals direkt beobachtet

Schwarzes und weißes Foto eines Tunnels mit einer zentralen Metallstruktur, Metallstangen auf der linken Seite, einer Wand auf der rechten Seite und Text unten.

Bahnbrechender Nachweis: Supraleitung in wasserstoffreichen Materialien erstmals direkt beobachtet

Wissenschaftler haben erstmals direkte mikroskopische Beweise für Supraleitung in wasserstoffreichen Materialien entdeckt. Der Durchbruch, angeführt von Forschern des Max-Planck-Instituts für Chemie, liefert entscheidende Erkenntnisse darüber, wie diese Stoffe Strom ohne Widerstand leiten. Ihre in Nature veröffentlichten Ergebnisse konzentrieren sich auf die supraleitenden Energielücken in H₃S und D₃S unter extremem Druck.

Das Team nutzte Hochdruck-Elektronentunnel-Spektroskopie, um die supraleitende Energielücke in H₃S und seinem Deuterium-Pendant D₃S zu messen. Dabei betrug die Lücke in H₃S etwa 60 Millielektronenvolt (meV), während sie in D₃S bei rund 44 meV lag. Dieser Unterschied untermauert die These, dass Wechselwirkungen zwischen Elektronen und Gitterschwingungen (Elektron-Phonon-Wechselwirkungen) eine zentrale Rolle für die Supraleitung dieser Materialien spielen.

Die Entdeckung baut auf früheren Arbeiten auf, die bis ins Jahr 2015 zurückreichen, als H₃S erstmals als Hochtemperatur-Supraleiter unter extremem Druck identifiziert wurde. Seither haben Forscher systematisch weitere wasserstoffreiche Verbindungen untersucht, darunter LaH₁₀ (2019), YH₆/YH₉ (2020–2021) und kohlenstoffhaltiges Schwefelhydrid (CSH, 2020). Neben der Tunnel-Spektroskopie kamen dabei Methoden wie die Diamantstempelzellen-Synthese, Widerstandsmessungen, Röntgenbeugung und Raman-Spektroskopie zum Einsatz, um diese Verbindungen zu analysieren.

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Die supraleitende Energielücke selbst ist ein charakteristisches Merkmal des supraleitenden Zustands. Sie zeigt, wie sich Elektronen paaren, um einen widerstandsfreien Stromfluss zu ermöglichen – ein Phänomen, das sich grundlegend von dem Verhalten normaler Metalle unterscheidet. Durch die Beobachtung dieser Lücke gewinnen Wissenschaftler tiefere Einblicke in die Mechanismen der Hochtemperatur-Supraleitung in wasserstoffbasierten Materialien.

Diese Forschung stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, um Supraleitung in wasserstoffreichen Verbindungen nachzuweisen und zu verstehen. Die gemessenen Energielücken in H₃S und D₃S liefern überzeugende Belege dafür, dass die Elektronenpaarung durch Gitterschwingungen angetrieben wird. Die Ergebnisse könnten künftige Bemühungen leiten, praktische Supraleiter zu entwickeln, die bei höheren Temperaturen und niedrigeren Drücken funktionieren.

Quelle