Betrügerische Bußgeldforderungen erschüttern Besitzer von Balkon-Solaranlagen
Artur HofmannBetrügerische Bußgeldforderungen erschüttern Besitzer von Balkon-Solaranlagen
Betrügerische Schreiben zielen auf Besitzer kleiner Solaranlagen ab – Behörden warnen vor wachsender Masche
In ganz Deutschland kursieren derzeit betrügerische Schreiben, die sich an Besitzer von Mini-Photovoltaikanlagen – etwa Balkon-Solarmodulen – richten. Die gefälschten Benachrichtigungen geben vor, vom Bundesnetzagentur zu stammen, und fordern die Zahlung von Bußgeldern unter Androhung schwerer Konsequenzen. Die Behörden warnen nun vor dieser zunehmenden Betrugswelle.
In den täuschend echt wirkenden Schreiben wird den Empfängern vorgeworfen, ihre Balkon-Solaranlagen nicht im Marktstammdatenregister angemeldet zu haben. Innerhalb von 14 Tagen wird eine Zahlung von 41,60 Euro verlangt, andernfalls drohe ein „volles Bußgeld“ in Höhe von 208 Euro. Zudem werden die Besitzer aufgefordert, ihre Anlagen umgehend zu registrieren und einen jährlichen EEG-Bericht (Erneuerbare-Energien-Gesetz) einzureichen.
Die Bundesnetzagentur nennt mehrere Warnsignale, an denen sich der Betrug erkennen lässt – darunter falsche Absenderadressen und Telefonnummern, die nicht mit den offiziellen Angaben übereinstimmen. Zwar ist die Registrierung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) tatsächlich Pflicht, doch betont die Behörde, dass dieser Vorgang kostenlos ist und bei erstmaliger Meldung keine Strafen verhängt werden.
Gesetzlich vorgesehen ist, dass Betreiber von Balkon-Solaranlagen diese innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister anmelden müssen. Zudem ist einmal jährlich die Mitteilung der Zählerstände erforderlich, um die Einspeisevergütung zu erhalten. Die Bundesnetzagentur bestätigt jedoch, dass keine Bußgelder ohne vorherige offizielle Aufforderung verhängt werden.
Empfänger der gefälschten Schreiben werden dringend dazu aufgefordert, die Zahlungsforderungen vollständig zu ignorieren. Stattdessen sollten sie den Vorfall bei der Polizei als Betrugsversuch anzeigen. Die Behörde versichert, dass echte Korrespondenz niemals unaufgefordert Bußgelder fordert oder mit aggressiven Drohungen verbunden ist.
Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage weiter und rät Besitzern von Solaranlagen zur Vorsicht. Wer unsicher ist, ob seine Anlage korrekt registriert ist, kann dies über die offiziellen Kanäle prüfen. Durch die Meldung der betrügerischen Schreiben an die Polizei lässt sich verhindern, dass weitere Nutzer erneuerbarer Energien auf ähnliche Maschen hereinfallen.






