Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr für politische Bildung – doch Kritik bleibt laut
Artur HofmannBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr für politische Bildung – doch Kritik bleibt laut
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Förderung der politischen Bildung
Das Bildungsministerium Brandenburgs und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die politische Bildung an Schulen zu stärken. Das Abkommen schafft einen rechtlichen Rahmen für die langjährige Zusammenarbeit der beiden Institutionen.
Die Vereinbarung ermöglicht es Jugendoffizieren der Bundeswehr, auf Einladung als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht zu kommen. Ihre Aufgabe wird es sein, zu Themen wie deutscher Außen- und Sicherheitspolitik, globalem Krisenmanagement sowie nationalen und europäischen Sicherheitsinteressen zu informieren und Diskussionen anzuregen. Die Schulen entscheiden eigenständig, ob sie das Angebot annehmen – etwaige Besuche müssen sich dabei am bestehenden Lehrplan orientieren.
Die Jugendoffiziere verpflichten sich dabei zu den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsenses, der unter anderem eine strikte Ablehnung von Indoktrination vorsieht. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte, dass es entscheidend sei, Sicherheitspolitik aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Ziel der Zusammenarbeit ist es zudem, das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler zu fördern und Einblicke in die Aufgaben des Staates zu vermitteln.
Die BSW-Fraktion im Landtag übt scharfe Kritik an der Kooperation. Sie bezeichnet die Vereinbarung als „institutionalisierte Kriegswerbung“ im Klassenzimmer und fordert deren sofortige Aussetzung.
Mit dem Abkommen ist nun der Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Bundeswehr geschaffen. Jugendoffiziere können sich – auf Einladung und unter strengen Auflagen – mit Schülerinnen und Schülern über sicherheitspolitische Themen austauschen. Die Ablehnung durch die BSW zeigt, wie umstritten die Rolle der Bundeswehr in der politischen Bildung bleibt.
