Cyberangriffe auf Elektroautos: Warum die Gefahr größer ist als gedacht
Lilian BarthCyberangriffe auf Elektroautos: Warum die Gefahr größer ist als gedacht
Elektroautos könnten einem höheren Cyberangriffsrisiko ausgesetzt sein als bisher angenommen – das legt zumindest ein neuer Bericht nahe. Zwar gab es in den vergangenen fünf Jahren keine dokumentierten großflächigen Hackerangriffe auf E-Fahrzeuge, doch warnen Experten, dass Schwachstellen in Software-Schnittstellen nach wie vor ausgenutzt werden könnten. Solche Sicherheitslücken könnten Kriminellen ermöglichen, Fahrzeugfunktionen aus der Ferne zu steuern oder sogar ganze Flotten lahmzulegen.
In den letzten 15 Jahren hat sich die IT-Sicherheit vernetzter Autos deutlich verbessert. Klare Standards und Vorschriften regeln mittlerweile, wie Hersteller ihre Systeme schützen müssen. Trotz dieser Fortschritte bleiben jedoch einige Schwächen bestehen – insbesondere bei Programmierschnittstellen (APIs), wo Authentifizierungsprüfungen zu lasch ausfallen oder der Zugriff allein mit der Fahrzeug-Identifikationsnummer möglich ist.
Die möglichen Folgen solcher Sicherheitsverletzungen sind gravierend: Ein Angreifer könnte etwa energieintensive Funktionen wie die Heizung auf voller Leistung bei Tausenden Fahrzeugen gleichzeitig ferngesteuert aktivieren. Dadurch könnten ganze Baureihen mit leeren Batterien liegen bleiben. Im Extremfall könnten Cyberkriminelle sogar in das IT-System eines Autos eindringen und kritische Funktionen außer Kraft setzen.
Dennoch hat sich die allgemeine Sicherheit moderner Fahrzeuge deutlich erhöht. Vernetzte Assistenzsysteme haben das Unfallrisiko spürbar verringert. Die Branche hat zudem Maßnahmen ergriffen, um verbleibende Risiken zu minimieren: Sicherheitsfachleute arbeiten branchenübergreifend zusammen, um Lösungen und bewährte Verfahren auszutauschen.
Die Gefahr von Cyberangriffen auf Elektroautos besteht also fort – selbst wenn die Sicherheitsvorkehrungen immer strenger werden. Die Hersteller rüsten zwar ihre Abwehrmechanismen weiter auf, doch bleiben Schwachstellen in Software-Schnittstellen ein Problem. Bisher sinkt das Unfallrisiko jedoch schneller, als das Hacking-Risiko steigt.






