31 May 2026, 06:20

Deutsche Krankenhäuser am Abgrund: 74 Prozent kämpfen um ihr Überleben

Krankenhaus-Barometer: 74 Prozent bewerten Situation als unzufriedenstellend - DKG warnt vor Weihnachtsgeld

Deutsche Krankenhäuser am Abgrund: 74 Prozent kämpfen um ihr Überleben

Deutsche Krankenhäuser stecken in einer schweren Finanzkrise – die Mehrheit kämpft mit akuten Liquiditätsengpässen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 74 Prozent der Häuser bundesweit ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bewerten. Die Ergebnisse werfen Fragen nach der Stabilität der gesundheitlichen Versorgung im ganzen Land auf.

Die Erhebung, die zwischen dem 17. und 22. April 2026 durchgeführt wurde, erfasste die Angaben der Krankenhäuser noch vor dem vollen Inkrafttreten der Sparmaßnahmen der Bundesregierung. Demnach können nur 9 Prozent der Einrichtungen ihre laufenden Kosten auf unbestimmte Zeit aus den bestehenden Rücklagen decken. Im Schnitt reichen die Liquiditätsreserven gerade einmal sechs Wochen, um die laufenden Ausgaben zu finanzieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Besonders betroffen sind große Kliniken: 95 Prozent der Häuser mit 600 oder mehr Betten stufen ihre finanzielle Situation als prekär ein. Viele Einrichtungen verfügen nur noch über Liquiditätspuffer, die wenige Wochen reichen. Insgesamt rechnen 59 Prozent der Krankenhäuser damit, dass sich ihre Lage in den kommenden sechs Monaten weiter verschlechtern wird – in ländlichen Regionen ist die Stimmung noch düsterer: Hier erwarten 79 Prozent eine weitere Verschärfung der Krise.

Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), hat in diesem Zusammenhang eine dringende Warnung ausgesprochen. Ohne sofortiges Gegensteuern drohe ein struktureller Kollaps der Krankenhausversorgung in Deutschland, betonte er. Die Umfrageergebnisse unterstreichen die Fragilität der Krankenhausfinanzen: Die meisten Einrichtungen können ihren Betrieb ohne zusätzliche Mittel nur noch wenige Wochen aufrechterhalten. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, könnte in vielen Regionen – vor allem in ländlichen Gebieten, wo der finanzielle Druck am größten ist – der Zugang zu medizinischer Versorgung gefährdet sein.

Quelle