Deutsche Luftfahrtbranche in der Krise: Jobs und Strecken fallen weg
Joseph KreuselDeutsche Luftfahrtbranche in der Krise: Jobs und Strecken fallen weg
Deutsche Luftfahrtbranche kämpft mit massiven Herausforderungen
Die deutsche Luftfahrtbranche steht vor schweren Problemen: Steigende Kerosinpreise und eine anhaltend schwache Passagiernachfrage im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie setzen die Branche unter Druck. Rund 10.000 Arbeitsplätze sind aktuell in Gefahr, da Fluggesellschaften und Flughäfen um ihr Überleben ringen.
Allein seit Dezember 2023 haben sich die Kerosinpreise mehr als verdoppelt, sodass die Treibstoffkosten mittlerweile 20 bis 30 Prozent der gesamten Betriebskosten der Airlines ausmachen. Die Lufthansa rechnet mit zusätzlichen Ausgaben von 1,7 Milliarden Euro für Kerosin und hat daher beschlossen, bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen. Diese Maßnahme spart zwar 40.000 Tonnen Kerosin ein, schränkt jedoch die Reiseverbindungen für Passagiere ein.
Deutsche Flughäfen verzeichneten 2025 insgesamt 219,8 Millionen Passagiere – ein Rückgang von 12,4 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2019. Die Krise verschärfte sich weiter, nachdem die Bundesregierung im Mai 2024 die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent erhöht hatte. Nun soll diese Steuer um 16,1 Prozent gesenkt werden, um die Fluggesellschaften zu entlasten.
Billigfluglinien wie Ryanair und EasyJet haben bereits weniger rentable Touristenrouten gestrichen. Gleichzeitig bleibt die Zukunft von Wizz Air aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten ungewiss. Der Zusammenbruch von Spirit Airlines am 2. Mai 2023 nach 62 Jahren Betriebszeit unterstreicht zudem die Instabilität des Sektors.
Mit der geplanten Steuersenkung will die Bundesregierung die angeschlagene Branche stabilisieren. Angesichts explodierender Treibstoffkosten und einer nur langsam erholenden Nachfrage kürzen die Airlines weiterhin Strecken und Stellen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um weitere Rückschläge zu verhindern.






