31 May 2026, 20:23

Deutsche Wirtschaftselite zerrissen: Dialog oder Boykott der AfD?

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Deutsche Wirtschaftselite zerrissen: Dialog oder Boykott der AfD?

In der deutschen Wirtschaftselite hat sich eine tiefe Spaltung darüber aufgetan, wie mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) umgegangen werden soll. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob man an der strikten Abgrenzungspolitik – also der Weigerung, mit der Partei zusammenzuarbeiten – festhalten oder einen Dialog mit ihr suchen soll. Während einige vor wirtschaftlichen Risiken warnen, argumentieren andere, dass eine Ausgrenzung die Demokratie selbst untergräbt.

Die Kontroverse wurde öffentlich, nachdem Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), erklärte, er werde nicht mit der AfD sprechen, solange diese sich nicht klar von Extremismus distanziere. Seine Haltung steht im Kontrast zu anderen Vertretern der Wirtschaft, die eine solche Ausgrenzung für kontraproduktiv halten.

Franz-Olaf Kallerhoff, Chef des Markenverbands, warnte, dass eine Einflussnahme der AfD die soziale Marktwirtschaft in Deutschland gefährden könnte. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), lehnt die Abgrenzungspolitik hingegen vollständig ab. Er betont, dass die etablierten Parteien die Sorgen der Wähler aufgreifen müssten, um Extremismus zu schwächen – statt sie zu ignorieren.

Die Unternehmerin Sarna Rößer kritisierte die Weigerung, mit der AfD zu sprechen, als arrogant. Viele Wähler unterstützten zwar konservative Positionen, erhielten am Ende aber eine linksgerichtete Politik, so ihr Argument. Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Gruppe, teilte diese Ansicht und forderte ein Ende der Ausgrenzung. Zudem warf er dem bürgerlichen CDU/CSU-Bündnis vor, durch seine unflexible Haltung seine Verhandlungsfähigkeit zu schwächen.

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Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, vertrat eine andere Position. Zwar befürworte er Migration, doch die Ausgrenzung einer demokratisch gewählten Partei ergebe in einer funktionierenden Demokratie wenig Sinn, erklärte er.

Der Streit offenbart die tiefen Spannungen innerhalb der deutschen Wirtschaftselite. Während einige Führungskräfte auf eine Isolation der AfD drängen, setzen sich andere für einen Dialog ein, um eine weitere Polarisierung zu verhindern. Wie diese Auseinandersetzung ausgeht, könnte maßgeblich prägen, wie politische und wirtschaftliche Kräfte in den kommenden Jahren miteinander agieren.

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