Deutschland verkauft 50.000 Bitcoin für 2,65 Milliarden Euro – war das klug?
Lilian BarthDeutschland verkauft 50.000 Bitcoin für 2,65 Milliarden Euro – war das klug?
Deutschland hat den Verkauf von knapp 50.000 beschlagnahmten Bitcoin abgeschlossen und dabei rund 2,65 Milliarden Euro erlöst. Die Transaktion erfolgte, nachdem die Behörden die Kryptowährung Anfang 2024 von den Betreibern der illegalen Streaming-Plattform Movie2K eingezogen hatten. Zunächst schien die Entscheidung teuer zu werden, als der Bitcoin-Kurs stark anstieg – doch aktuelle Marktschwankungen haben die Differenz mittlerweile auf weniger als 7 Prozent verringert.
Im Januar 2024 hatten sächsische Behörden etwa 50.000 BTC beschlagnahmt, die mit der inzwischen geschlossenen Piraterie-Website Movie2K in Verbindung standen. Die Regierung verkaufte anschließend zwischen dem 19. Juni und 12. Juli 2024 alle 49.858 Coins über Börsen wie Kraken, Bitstamp, Coinbase, Cumberland und Flow Traders. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei rund 53.000 Euro pro Bitcoin, was Gesamt-Erlöse von etwa 2,65 Milliarden Euro ergab.
Zum Zeitpunkt des Verkaufs stieg der Bitcoin-Kurs noch an, und als die Kryptowährung 2025 ihren Höchststand erreichte, wirkte der frühe Abstoß Deutschlands wie eine verpasste Chance. Doch seitdem hat sich der Markt abgekühlt. Aktuell notiert Bitcoin bei etwa 57.000 Euro – nur rund 7 Prozent über dem Durchschnittspreis, den der Staat erzielt hatte. Ein weiterer Rückgang um 6 Prozent würde den Kurs sogar unter das deutsche Verkaufsniveau drücken.
Die Verkäufe trugen zu einem breiten Rückgang der staatlichen Bitcoin-Reserven bei, die 2024 um 12 Prozent schrumpften – auch wegen ähnlicher Schritte der USA und der Ukraine. Andere Länder wie El Salvador und Bhutan verfolgten hingegen eine gegensätzliche Strategie und stockten ihre Bitcoin-Bestände auf. Zusätzlichen Druck übt derzeit ein Abfluss von 3,97 Milliarden Euro aus Bitcoin-ETFs innerhalb von 13 aufeinanderfolgenden Handelstagen aus.
Deutschlands zügiger Verkauf der beschlagnahmten Bitcoin hat dem Staat Erlöse in Höhe von 2,65 Milliarden Euro eingebracht. Da der Kurs der Kryptowährung nun nur noch etwa 7 Prozent über dem durchschnittlichen Verkaufspreis der Regierung liegt, relativiert sich die finanzielle Tragweite der Entscheidung. Gleichzeitig spiegelt der Schritt einen übergeordneten Trend staatlicher Bitcoin-Verkäufe im Jahr 2024 wider – im Kontrast zu den Aufkaufstrategien anderer Nationen.






