Deutschlands Sieg im Schatten der Rassismus-Debatte um Schweinsteiger
Joseph KreuselDeutschlands Sieg im Schatten der Rassismus-Debatte um Schweinsteiger
Die deutsche Mannschaft sicherte sich mit einem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste den nächsten Dreier in der Vorrunde. Das Spiel fand im Schatten der jüngsten Kontroverse statt, die durch Äußerungen von Bastian Schweinsteiger über den Spielstil der ivorischen Mannschaft ausgelöst worden war. Seine Bemerkungen zogen scharfe Kritik von Seiten des ivorischen Trainers, Emerse Faé, auf sich.
Faé hatte die Elfenbeinküste zuvor mit einem historischen 2:0 gegen Curaçao zum ersten Mal in der Geschichte der Mannschaft in die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft geführt. Nach dem Spiel bezeichnete er Schweinsteigers Aussagen als rassistisch.
Schweinsteiger hatte den Fußball der Elfenbeinküste als „etwas afrikanisch, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch nicht ganz so taktisch geprägt“ und unberechenbar beschrieben. Später betonte er, er habe niemanden verletzen wollen, und sah seine Worte als reine fußballerische Analyse an.
ARD-Sportchef Axel Balkausky stellte sich hinter Schweinsteiger und argumentierte, es handele sich um eine fachliche Einschätzung, nicht um Rassismus. Jürgen Klopp zeigte sich bei einer Stellungnahme zurückhaltend. Er nannte die Angelegenheit „ernst“ und gab zu, unsicher zu sein, was man dazu angemessen sagen könne.
Mit dem Sieg bleibt Deutschland im Turnier auf Kurs. Die Debatte um Schweinsteigers Äußerungen hält derweil an – mit geteilten Meinungen, ob sie analytisch oder verletzend gemeint waren. Die historische Qualifikation der Elfenbeinküste für die K.-o.-Runde bleibt ein Meilenstein für das Team.
