07 June 2026, 02:20

DGB fordert gesetzliche betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer

Rentenreform: DGB-Chef Fahimi fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer mit Arbeitgeberzuschuss

DGB fordert gesetzliche betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine gesetzliche betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) skizzierte DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi Pläne, um eine breitere Absicherung im Rentenalter zu gewährleisten. Derzeit verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland über keine betriebliche Altersvorsorge – oft, weil ihre Arbeitgeber nicht an Tarifverträge gebunden sind.

Fahimi betonte, dass Arbeitgeber sich an den Kosten der betrieblichen Altersvorsorge beteiligen müssten. Der DGB schlägt ein ergänzendes System vor, das von Unternehmen mitfinanziert wird, statt die volle Last auf die Beschäftigten abzuwälzen. Dieses Modell orientiert sich an vielen europäischen Ländern, in denen die Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge oft über 20 Prozent liegen – mit einem höheren Arbeitgeberanteil.

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Die Gewerkschaft räumt ein, dass es aufgrund der wirtschaftlichen Lage Widerstand geben könnte. Dennoch bestehe sie darauf, dass weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer die gesamte Verantwortung allein tragen sollten. Bis Ende des Monats wird der DGB konkrete Vorschläge für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge vorlegen, einschließlich Regelungen für nicht tarifgebundene Unternehmen unter bestimmten Bedingungen.

Ziel des Plans ist es, die Versorgungslücke für Beschäftigte ohne Absicherung zu schließen. Tarifverträge sollen die Grundlage bilden, um sicherzustellen, dass alle Arbeitnehmer – unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche – eine betriebliche Altersvorsorge erhalten.

Mit dem Vorschlag will der DGB die Rentenabsicherung auf Millionen bisher ungeschützte Arbeitnehmer ausweiten. Bei Umsetzung würde das System eine gemeinsame Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfordern. Die Gewerkschaft zeigt sich bereit, auch mit nicht tarifgebundenen Betrieben Vereinbarungen auszuhandeln.

Quelle