Emmendingen plant Kürzungen im ÖPNV – Abendbusse und Schülerverkehr betroffen
Joseph KreuselEmmendingen plant Kürzungen im ÖPNV – Abendbusse und Schülerverkehr betroffen
Landratsamt Emmendingen schlägt Sparpläne für den Nahverkehr vor
Die Kreisverwaltung Emmendingen hat Kostensenkungsmaßnahmen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgelegt. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Haushaltsbelastung zu verringern, ohne dabei grundlegende Verkehrsverbindungen einzuschränken. Geplant sind unter anderem Änderungen bei den Abendbuslinien sowie eine Optimierung von Schüler- und Regelverkehr.
Laut den Plänen sollen die Abendverbindungen ab der Fahrplanumstellung im Dezember ausgedünnt werden. Verträge für Spätverbindungen auf Entwicklungslinien könnten gekündigt werden, was Städte wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim betreffen würde. Die betroffenen Kommunen stünden dann vor der Wahl: Entweder übernehmen sie die Finanzierung selbst oder akzeptieren frühere letzte Abfahrten – möglicherweise bereits ab 20 Uhr.
Der Landkreis wird voraussichtlich rund 9 Millionen Euro im Jahr 2026 für die Subventionierung des Nahverkehrs und des Schülerverkehrs aufbringen. Durch weitere Effizienzsteigerungen bei Schul- und Linienbusverbindungen sollen im Haushalt 2027 etwa 200.000 Euro eingespart werden. Eine Verkehrsuntersuchung im Jahr 2027 soll zusätzliche Kürzungsmöglichkeiten für 2028 aufzeigen, mit erwarteten jährlichen Einsparungen von 100.000 Euro.
Radikalere Optionen – wie die vollständige Streichung aller Verbindungen nach 22 Uhr oder die Reduzierung von Taktverkehren – wurden zwar diskutiert, sind aber derzeit nicht Teil der Vorschläge. Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni prüfen, der Kreistag stimmt anschließend am 20. Juli über die Maßnahmen ab.
Die angestrebten Änderungen sollen die Kosten senken, ohne die wichtigsten Verkehrsanbindungen zu gefährden. Der Landkreis setzt auf gezielte Kürzungen und Effizienzsteigerungen, um Haushaltsmittel zu schonen. Die endgültigen Beschlüsse fallen nach der Ausschussberatung und der Abstimmung im Kreistag im Juli.
