17 June 2026, 17:01

EU-GEAS-Reform revolutioniert Asylverfahren in Deutschland – doch Kritik wächst

"Brot-Bett-Seife ist nicht von der Reform erfasst"

EU-GEAS-Reform revolutioniert Asylverfahren in Deutschland – doch Kritik wächst

Die neue GEAS-Reform der EU wird die Bearbeitung von Asylanträgen in Deutschland grundlegend verändern. Sie führt schnellere Verfahren, strengere Kontrollen und neue Regelungen für schutzbedürftige Gruppen ein. Einige Bundesländer haben bereits Bedenken geäußert, dass die Reform die Rechte und Freiheiten von Geflüchteten einschränken könnte.

Durch die Reform werden über die Hälfte aller Asylanträge im beschleunigten Verfahren bearbeitet – eine Folge der 20-Prozent-Klausel in der EU-Asylverfahrensverordnung. Rechtliche Klagen gegen Abschiebungen führen künftig nicht mehr automatisch zu einer Aussetzung der Abschiebung, was zwar die Rückführungen beschleunigt, aber den Schutz für Betroffene verringert.

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Alle Geflüchteten, die in Deutschland ankommen, durchlaufen nun ein Screening durch die Bundespolizei. Dazu gehört eine Prüfung auf besondere Schutzbedürftigkeit, um akute Bedarfe und spezielle Anforderungen zu identifizieren – ein Schritt, der bisher nicht standardmäßig erfolgte. Allerdings garantiert die Reform nicht, dass diese Überprüfungen flächendeckend und systematisch durchgeführt werden.

Die Änderungen ermöglichen zudem Einschränkungen der Freizügigkeit von Asylsuchenden, insbesondere in Dublin-Fällen. Bundesländer wie Berlin, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz lehnen es ab, allein aufgrund von Dublin-Verfahren solche Beschränkungen zu verhängen. Andere Länder planen hingegen die Einrichtung von „Sekundärmigrationszentren“ mit starken Bewegungsbeschränkungen und nur grundlegender Versorgung.

Die Reform schafft mehrere parallele Asylsysteme, was Kritiker als potenziell ineffizient und kostspielig bewerten. Gleichzeitig wird der Schulzugang für alle Kinder nach zwei Monaten sowie eine vollständige Krankenversicherung für Minderjährige verpflichtend eingeführt. Allerdings hat der Europäische Gerichtshof bereits entschieden, dass Leistungen nicht vorenthalten oder Menschen aufgrund von Dublin-Entscheidungen obdachlos gemacht werden dürfen – was zu möglichen rechtlichen Konflikten führen könnte.

Die GEAS-Reform bringt tiefgreifende Veränderungen in der Asylpolitik mit sich: schnellere Abschiebungen, strengere Kontrollen und eine Umstrukturierung der Verfahren. Während einige Bundesländer sich gegen bestimmte Maßnahmen wehren, bereiten sich andere auf deren Umsetzung vor. Die neuen Regeln sollen die Abläufe beschleunigen, könnten aber auch rechtliche und praktische Herausforderungen für Geflüchtete und Behörden mit sich bringen.

Quelle