Experten warnen: Abwanderung syrischer Arbeitskräfte gefährdet Deutschlands Wirtschaftswachstum
Siglinde WerneckeExperten warnen: Abwanderung syrischer Arbeitskräfte gefährdet Deutschlands Wirtschaftswachstum
Deutschlands wirtschaftliches Wachstumspotenzial könnte vor neuen Herausforderungen stehen, falls eine große Zahl syrischer Bewohner das Land verlässt. Experten stellen jüngste Behauptungen infrage, wonach die Mehrheit der Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werde. Ihr Weggang würde zudem eine Belegschaft treffen, in der viele bereits beschäftigt sind und zur Wirtschaft beitragen.
Laut offiziellen Angaben lebten 2024 rund 970.000 syrische Staatsbürger in Deutschland. Diese Zahl war von etwa 367.000 Ende 2015 – auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung – gestiegen. Bis Ende 2024 näherte sich die Gesamtzahl einer Million, bevor sie 2025 leicht auf zwischen 936.000 und 950.000 sank, bedingt durch Einbürgerungen und vereinzelte Rückkehrer.
Wirtschaftsforscher widersprechen nun der Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz, wonach 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren zurückkehren würden. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnte, dass selbst eine größere Rückkehrewelle die demografischen Belastungen für das ohnehin stagnierende Wachstum Deutschlands verschärfen würde. Viele Syrer seien mittlerweile in den Arbeitsmarkt integriert – ihr Fortgang würde messbare wirtschaftliche Verluste nach sich ziehen.
Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut ergänzte, dass die jüngere Zuwanderung dazu beigetragen habe, den demografischen Rückgang zu verlangsamen. Ein großflächiger Wegzug von Syrern würde die Produktionskapazität Deutschlands weiter schmälern und es schwieriger machen, die Wirtschaftskraft aufrechtzuerhalten.
Die Debatte über mögliche Rückkehren fällt in eine Phase, in der die deutsche Wirtschaft auf eine stabile Arbeitskraft angewiesen ist. Ein plötzlicher Rückgang des Arbeitsangebots könnte die bestehenden demografischen Spannungen noch verschärfen. Forschungsinstitute betonen, dass ein Massenexodus spürbare und unmittelbare Auswirkungen auf Wachstum und Produktivität hätte.






