Gabriele Stötzer erhält Kaiserring – ihr Leben zwischen Kunst und Widerstand
Artur HofmannGabriele Stötzer erhält Kaiserring – ihr Leben zwischen Kunst und Widerstand
Die Künstlerin Gabriele Stötzer, 73, erhält diesen Herbst den renommierten Goslarer Kaiserring. Derzeit zeigt das Gropius Bau in Berlin eine große Einzelausstellung ihres Schaffens. Die Schau präsentiert rund 150 Werke – von Videos und Fotografien über Mode bis hin zu großen Wollskulpturen von Frauen.
Stötzers Leben und Karriere sind von Widerstand und Kreativität geprägt. In den 1970er-Jahren gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe. Ein Jahr verbrachte sie im Gefängnis, weil sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Während der Haft nähte sie Strumpfhosen.
1989 spielte sie eine mutige Rolle bei den Protesten, die zum Sturz des DDR-Regimes beitrugen. In jenem Jahr besetzte sie die Stasi-Kreisverwaltung in ihrer Heimatstadt Erfurt. Heute lebt sie noch immer in der Stadt, wehrt sich aber dagegen, nur als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden.
Die Ausstellung im Gropius Bau würdigt ihr vielseitiges und aufbegehrendes Werk. Mit dem bevorstehenden Goslarer Kaiserring wird ihr Beitrag zur zeitgenössischen Kunst gewürdigt. Stötzer bleibt eine bedeutende Figur der deutschen Kultur- und Politikgeschichte.






