05 June 2026, 10:06

Geheime DDR-Ruine im Greifswalder Bodden für 60.000 Euro versteigert – doch was nun?

Eins, Zwei, Drei - Insel verkauft!

Geheime DDR-Ruine im Greifswalder Bodden für 60.000 Euro versteigert – doch was nun?

Im Greifswalder Bodden, direkt vor der Insel Vilm, verrottet eine verlassene Militärruine vor sich hin. Die künstliche Insel Ostervilm war einst ein streng geheimes Stützpunkt der Volksmarine der DDR. Jetzt, dem Verfall preisgegeben und vom Meer bedroht, wurde sie kürzlich für 60.000 Euro versteigert – trotz aller rechtlichen und praktischen Hürden.

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Ostervilm entstand als abgeschirmte Anlage der DDR-Marine. Ihre Aufgabe bestand darin, Kriegsschiffrümpfe zu entmagnetisieren, um sie vor Magnetminen zu schützen. Die Insel ruht auf 600 Holzpfählen, ihr Gerüst aus Beton ist mit Eisenplatten und Holz verkleidet.

Seit dem Fall der DDR verfällt die Anlage zusehends. Vergleichbare Entmagnetisierungsstationen der Marine sind heute noch in Kiel und Wilhelmshaven in Betrieb, doch Ostervilm blieb sich selbst überlassen. In der Nähe liegt die Insel Vilm, die als Naturschutzgebiet dient und einst als Ferienrückzugsort für den Ministerrat der DDR diente.

Bei einer jüngsten Versteigerung wurde Ostervilm mit einem Startgebot von 39.000 Euro angeboten. Der endgültige Kaufpreis stieg auf 60.000 Euro. Doch der neue Eigentümer sieht sich mit massiven Problemen konfrontiert: Es gibt keinen legalen Zugang, keine Infrastruktur und keine Möglichkeit, das Gebäude zu nutzen. Selbst wenn Sanierungen denkbar wären, müsste ein Bebauungsplan vorliegen – unwahrscheinlich an einem derart abgelegenen und exponierten Ort.

Der Käufer besitzt nun ein Bauwerk ohne praktischen Nutzen und mit unklarer rechtlicher Grundlage. Ohne gesicherten Zugang oder Baugenehmigungen bleibt Ostervilm eine verfallene Relikt. Ihre Zukunft, wie ihre Vergangenheit, ist von Isolation und Vernachlässigung geprägt.

Quelle