Gericht gibt Klara Schedlich in #MeToo-Streit gegen Stefan Gelbhaar teilweise recht
Lilian BarthGericht gibt Klara Schedlich in #MeToo-Streit gegen Stefan Gelbhaar teilweise recht
Ein Hamburger Gericht hat im Rechtsstreit zwischen der Grünen-Politikerin Klara Schedlich und dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar zugunsten Schedlichs entschieden. Das Urteil erlaubt es ihr, bestimmte Aussagen über Gelbhaar zu wiederholen – obwohl einige der gegen ihn erhobenen Vorwürfe später fallengelassen wurden. Der Fall ist Teil einer größeren Kontroverse, die Gelbhaars politische Karriere Anfang dieses Jahres beendete.
Der Konflikt begann, nachdem der Rundfunksender RBB 2024 über mehrere #MeToo-Vorwürfe gegen Gelbhaar berichtete. Keine dieser Anschuldigungen stammte von Schedlich, doch sie reichte später eine eidesstattliche Versicherung über sein Verhalten beim RBB ein. Gelbhaar wies die Vorwürfe stets als falsch zurück. Da sich viele der Anschuldigungen nicht bestätigen ließen, entschuldigte sich der RBB öffentlich.
Das Oberlandesgericht Hamburg prüfte Schedlichs Äußerungen und entschied, dass einige davon wiederholt werden dürfen. Die Richter verwiesen darauf, dass es in Teilen des Streits um widersprüchliche Darstellungen und nicht um nachweislich falsche Behauptungen gehe. Die Kontroverse hatte Gelbhaar bereits seine sichere Nominierung für die Bundestagswahl 2025 gekostet; kurz darauf schied er Anfang 2025 aus dem Parlament aus.
Schedlichs juristischer Erfolg bedeutet zwar nicht, dass die ursprünglichen Vorwürfe wiederaufleben, doch er bestätigt ihr Recht, bestimmte Kritikpunkte zu äußern. Das Urteil unterstreicht zudem die nachhaltigen Folgen des Falls für Gelbhaars politische Stellung.
Die Entscheidung des Gerichts markiert die jüngste Entwicklung in einem Streit, der Gelbhaars Karriere prägte. Zwar wurden einige Vorwürfe gegen ihn entkräftet, doch der Rechtsstreit hielt die Kontroverse in der Öffentlichkeit präsent. Schedlichs Sieg sorgt dafür, dass ihre Aussagen weiterhin Teil der Akten bleiben – auch wenn Gelbhaar weiterhin jede Schuld von sich weist.






