Hannovers Hauptbahnhof erstickt im Verkehrschaos – und die Politik streitet über Geld
Siglinde WerneckeHannovers Hauptbahnhof erstickt im Verkehrschaos – und die Politik streitet über Geld
Hannovers Hauptbahnhof bleibt ein zentraler Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Der Knotenpunkt bewältigt täglich über 260.000 Fahrgäste und rund 750 Züge. Pläne zur Entlastung des Bahnhofs scheitern jedoch an fehlenden Finanzmitteln – und stoßen bei Politik und Verkehrsverbänden auf scharfe Kritik.
Die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen aus Hannover hat auf die fehlenden Gelder für zwei zusätzliche Gleise und einen neuen Bahnsteig hingewiesen. Sie bezeichnete die Situation als „Skandal“ und betonte, dass die Erweiterungen dringend nötig seien, um Verspätungen und Überlastung am Bahnhof zu verringern.
Auch ein Verkehrsexperte der Grünen wirft der Bundesregierung vor, die weitere Planung für den Ausbau des Bahnhofs zu blockieren. Laut Michaelsens Büro sei in den jüngsten Gesprächen zwischen Regierung und der DB InfraGO kein einziges Bundesbahnprojekt in die nächste Planungsphase übergegangen.
Das Bündnis Allianz pro Schiene schließt sich der Kritik an und nennt die Verzögerung bei der Finanzierung „unlogisch“. Gleichzeitig pocht das Bundesverkehrsministerium im Rahmen der laufenden Haushaltsverhandlungen auf höhere Investitionen in neue und bestehende Schienenprojekte.
Ohne Fortschritte bleibt der Ausbau des Hannoverschen Hauptbahnhofs jedoch in der Schwebe. Fehlen die zusätzlichen Gleise und der neue Bahnsteig, wird sich die Überlastung voraussichtlich weiter verschärfen. Die nächsten Haushaltsentscheidungen der Bundesregierung werden zeigen, ob das Projekt vorankommt.






