Hitze um Windkraft: Proteste und Debatten über Ausbaupläne in Südwestthüringen
Joseph KreuselHitze um Windkraft: Proteste und Debatten über Ausbaupläne in Südwestthüringen
Öffentliche Versammlung in Suhl: Heftige Debatten über Windkraftausbau in Südwestthüringen
Bei einer öffentlichen Sitzung in Suhl am Mittwoch kam es zu hitzigen Diskussionen über den Ausbau der Windenergie in Südwestthüringen. Die Regionalplanungsgemeinschaft (RPG) traf sich, um über den zweiten Entwurf ihres Regionalplans abzustimmen, der die Flächen für Windkraftanlagen deutlich ausweitet. Vor dem Veranstaltungsort demonstrierten rund 150 Protestierende – darunter Mitglieder lokaler Bürgerinitiativen – mit einer Schweigeminute gegen die Pläne.
Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Abstimmung über die aktuelle Fassung des Regionalplans Südwestthüringen. Laut dem neuen Entwurf steigt der Anteil der für Windenergie vorgesehenen Flächen von 0,15 auf 1,7 Prozent der Region – das entspricht etwa 6.900 Hektar. Zudem sind 40 Windvorranggebiete ausgewiesen, davon allein sieben im Biosphärenreservat Rhön.
Eine bemerkenswerte Änderung betrifft die Umbenennung des ehemaligen Windvorranggebiets 4 "Bornkopf", das künftig als Windvorranggebiet 14 "Salzunger Berg bei Weilar" geführt wird. Weitere mögliche Standorte für neue Anlagen sind der Dietrichsberg bei Vacha, der Hetzeberg bei Möhra und der Hoppberg bei Dorndorf.
Vor dem Veranstaltungsort versammelten sich Protestierende aus der Rhön-Region. Darunter war auch die Bürgerinitiative (BI) Stadtlengsfeld gegen Windräder im Wald, die wiederholt auf die ökologischen und landschaftsverändernden Folgen der Anlagen hingewiesen hat. Viele lokale Gruppen sehen den Ausbau mit Sorge und befürchten eine nachhaltige Beeinträchtigung des Landschaftsbilds.
Die öffentliche Konsultationsphase zum Plan beginnt am 18. Mai und läuft acht Wochen lang. In dieser Zeit können Anwohner Stellungnahmen einreichen, bevor die endgültige Beschlussfassung erfolgt.
Der verabschiedete Entwurf markiert einen wichtigen Schritt für den Windkraftausbau in der Region. Mit 40 ausgewiesenen Vorranggebieten und einer verzehnfachten Flächenausweisung ebnet der Plan den Weg für neue Anlagen in Südwestthüringen. Im nächsten Schritt folgt die Bürgerbeteiligung, die den Anwohnern die Möglichkeit gibt, ihre Position vor der finalen Entscheidung zu äußern.






