Inflation in Deutschland steigt bis Dezember auf 4,6 Prozent – Energiepreise explodieren erneut
Joseph KreuselInflation in Deutschland steigt bis Dezember auf 4,6 Prozent – Energiepreise explodieren erneut
Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – Prognosen deuten auf einen Sprung auf 4,6 Prozent im Dezember hin. Der Anstieg folgt auf die zunehmenden Spannungen im Persischen Golf nach einem jüngsten US-Angriff auf den Iran, die die Energiepreise erneut in die Höhe treiben.
Die aktuelle Inflationswarnung stammt vom IW-Wirtschaftsinstitut, das die aktuellen Entwicklungen mit der Energiekrise von 2022 vergleicht, die durch Russlands Krieg gegen die Ukraine ausgelöst worden war. Damals hatte die Inflation mit über 10 Prozent ihren Höhepunkt erreicht, der Jahresdurchschnitt lag bei 6,9 Prozent. Nun erwartet das IW einen stetigen Anstieg der Teuerungsrate, die 2026 im Schnitt bei 3,5 Prozent liegen dürfte – ein Anstieg gegenüber der noch im März prognostizierten Rate von 2,7 Prozent.
Um die finanzielle Belastung abzumildern, führt die Regierung ab dem 1. Mai eine vorübergehende Spritpreissenkung ein. Die Steuern auf Diesel und Benzin werden für zwei Monate um etwa 17 Cent pro Liter sinken. Arbeitgeber dürfen zudem steuerfreie Unterstützungszahlungen von bis zu 1.000 Euro an Beschäftigte leisten, die von den wirtschaftlichen Folgen des US-Israel-Konflikts mit dem Iran betroffen sind.
Die Lage stellt die Politik vor eine Herausforderung, da die Inflation steigt, während das Wirtschaftswachstum schwächelt. Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, hat die Regierung aufgefordert, vorrangig einkommensschwache Haushalte zu unterstützen, die mit den gestiegenen Kosten zu kämpfen haben. Sollte der Preisdruck anhalten, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen, um die Inflation einzudämmen.
Bis Dezember wird die Inflationsrate in Deutschland voraussichtlich 4,6 Prozent erreichen – getrieben von geopolitischen Spannungen und schwankenden Energiepreisen. Angesichts des schwachen Wachstums, das die Gegenmaßnahmen erschwert, könnte die EZB unter Handlungsdruck geraten, während Haushalte und Unternehmen auf weitere Entlastungen warten.






