05 June 2026, 14:53

Kirsten Bruhn: Vom Schicksalsschlag zur Ikone des Behindertensports

Paralympische Meisterin Kirsten Bruhn wird Ehrenbürgerin

Kirsten Bruhn: Vom Schicksalsschlag zur Ikone des Behindertensports

Kirsten Bruhn – eine der entschlossensten Fürsprecherinnen für Behindertensport in Deutschland

Kirsten Bruhn, eine der engagiertesten Kämpferinnen für die Anerkennung des Behindertensports in Deutschland, setzt sich seit Jahrzehnten für mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung ein. Ihr Weg begann mit einem Schicksalsschlag im Jahr 1991, der ihr Leben veränderte und ihre Leidenschaft für Veränderung entfachte. Schon früh widerlegte sie Erwartungen – im Schwimmbecken wie im Alltag.

Mit nur drei Jahren stieg Bruhn erstmals ins Wasser, angeregt von ihrem Vater, einem Polizisten. Als jüngstes von fünf Geschwistern fühlte sie sich oft gedrängt, sich zu beweisen – besonders wegen ihrer zierlichen Statur. In ihrer Jugend trainierte sie mit eisernem Willen, verbrachte bis zu sechs Stunden täglich im Becken.

Doch ein Motorradunfall 1991 hinterließ eine körperliche Behinderung – und eröffnete ihr gleichzeitig eine neue Perspektive. Sie widmete sich dem Wettkampfsport und wurde später zu einer lautstarken Verfechterin der Rechte von Menschen mit Behinderung. Ihre sportliche Karriere war beeindruckend: Bei den Paralympics holte sie zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen.

Abseits des Sports arbeitete Bruhn für eine Krankenkasse, wo ihr starker Charakter und ihr Einsatz für Inklusion Respekt verschafften. Ihr Engagement beschränkte sich nicht auf den Beruf – es machte sie zu einer weit über die Grenzen hinaus geachteten Persönlichkeit. Für ihre Verdienste wurde sie zur Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins ernannt – als erst zweite Frau in der Geschichte des Bundeslandes.

Bruhn stellt sich konsequent gegen gesellschaftliche Vorurteile und fordert, Menschen mit Behinderung nach ihren Fähigkeiten – nicht nach ihren Einschränkungen – zu beurteilen. Besonders ihr Vater stand ihr während ihrer gesamten Laufbahn zur Seite und unterstützte sie bedingungslos.

Ihr Vermächtnis geht weit über Medaillen hinaus: Sie hat die Debatte um Behindertensport geprägt, mehr Sichtbarkeit und Anerkennung für Athlet:innen erkämpft. Bis heute inspiriert ihr Wirken – ein Beweis dafür, dass Entschlossenheit und Einsatz nachhaltigen Wandel schaffen können.

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