24 May 2026, 08:20

Koblenz kämpft mit Millionenverlusten durch veraltete Schulzuschüsse aus dem Umland

Stadtpersonalamt untersucht: Haben Koblenzer Mitarbeiter Millionen an Schaden verursacht?

Koblenz kämpft mit Millionenverlusten durch veraltete Schulzuschüsse aus dem Umland

Koblenz leidet seit Jahren unter finanzieller Belastung durch veraltete Zuschussregelungen benachbarter Landkreise. Die berufsbildenden Schulen der Stadt unterrichten 1.932 Teilzeit-Schülerinnen und Schüler aus dem Umland, doch die pauschale Zahlung von 190 Euro pro Kopf deckt bei Weitem nicht die tatsächlichen Kosten. Durch diese Unterfinanzierung summieren sich die Verluste seit 2014 auf über 5 Millionen Euro.

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Die Finanzlücke entsteht, weil die Landkreise trotz realer Kosten von durchschnittlich 406,80 Euro pro Schüler nur 190 Euro überweisen. Da 1.932 Berufsschüler aus neun umliegenden Kreisen—Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald—nach Koblenz pendeln, entsteht der Stadt jährlich ein Minus von über 400.000 Euro.

Nun prüft eine Untersuchung, ob die Koblenzer Verwaltung zu spät gehandelt hat—was möglicherweise Ansprüche aus der Amtshaftpflichtversicherung auslösen könnte. Der Rechnungsprüfungsausschuss wirft die Frage auf, warum die Zuschüsse trotz stetig steigender Kosten nie angepasst wurden.

Als Reaktion darauf wird die Stadt die Kreisumlagen rückwirkend ab Januar dieses Jahres auf 300 Euro pro Schüler erhöhen. Eine weitere Anhebung auf 400 Euro ist für 2028 vorgesehen. Künftig sollen regelmäßige Kostenanalysen an den Berufsschulen ähnliche Fehlbeträge verhindern.

Die neuen Finanzanpassungen zielen darauf ab, die langjährige Unterdeckungslücke zu schließen. Durch Nachzahlungen und geplante Erhöhungen entlastet Koblenz seinen Haushalt. Gleichzeitig läuft die Prüfung früherer Versäumnisse weiter—mögliche Versicherungsansprüche sind noch offen.

Quelle