Krankenkassen droht Milliarden-Defizit: Kosten explodieren schneller als erwartet
Joseph KreuselKrankenkassen droht Milliarden-Defizit: Kosten explodieren schneller als erwartet
Das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem steht vor einer weit größeren Finanzierungslücke als befürchtet. Erste Schätzungen für 2023 waren von einem Anstieg der Ausgaben um 6,5 Prozent ausgegangen. Doch allein im ersten Quartal sind die Kosten deutlich stärker gestiegen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte Anfang des Jahres ein Sparpaket auf den Weg gebracht. Darin enthalten war eine finanzielle Rücklage von einer Milliarde Euro für die Krankenkassen. Doch die Maßnahmen konnten mit dem rasanten Ausgabenanstieg nicht Schritt halten.
Die Ausgaben für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser stiegen in den ersten drei Monaten 2023 um 7,8 Prozent. Die Deckungslücke für das laufende Jahr liegt nun 3,5 Milliarden Euro höher als prognostiziert. Prognosen zeigen, dass sich die Kluft in den kommenden Jahren weiter vergrößern wird.
Bis 2027 wird das Defizit auf 2,5 Milliarden Euro anwachsen, 2028 auf 1,9 Milliarden Euro und 2029 auf 4,4 Milliarden Euro. Den höchsten Fehlbetrag von 5,8 Milliarden Euro erwarten Experten für das Jahr 2030.
Der starke Anstieg der Gesundheitsausgaben hat die bisherigen finanziellen Puffer überstiegen. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Herausforderung, den unerwartet steilen Kostenanstieg zu bewältigen. Ohne weitere Gegenmaßnahmen wird sich die Finanzierungslücke in den nächsten sieben Jahren weiter ausweiten.






