Kritik an CDU-naher Denkfabrik: Verflechtungen und Fördermillionen in der Diskussion
Lilian BarthKritik an CDU-naher Denkfabrik: Verflechtungen und Fördermillionen in der Diskussion
Die Münchner konservative Denkfabrik Republik 21 (R21) steht wegen ihrer politischen Verflechtungen und Finanzierung in der Kritik. Die 2021 gegründete Organisation genießt Gemeinnützigkeit und könnte bis zu 500.000 Euro an staatlichen Fördergeldern erhalten. Nun werden jedoch Zweifel an ihrer Berechtigung für öffentliche Mittel laut – vor allem wegen angeblicher parteiischer Ausrichtung.
Nils Hesse, ein häufiger Autor für R21, wurde kürzlich in eine Führungsposition im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz berufen. Der 47-Jährige leitet dort die Abteilung „Reden und Strategische Kommunikation“ unter Ministerin Katharina Reiche (CDU). Bereits im Mai hatte er die Stelle kommissarisch übernommen. Trotz seines Wechselns in die Behörde führt R21 ihn auf ihrer Website weiterhin als Experten – obwohl die Organisation betont, er arbeite nicht mehr für sie und besetze keine Doppelfunktion.
Hesse bleibt zudem Geschäftsführer der HMC Hesse Marketing Consult, einer Firma, die R21 weiterhin über eine andere Mitarbeiterin unterstützt. Als Autor hatte er wiederholt die deutsche Energiepolitik kritisiert und die Energiewende als ein „immer instabileres Kartenhaus“ bezeichnet.
Im Beirat von R21 sitzen prominente Persönlichkeiten wie der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU), die jüngst eine Neubewertung der deutschen Klimaziele forderte. Gleichzeitig äußerte sich Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, öffentlich unterstützend: „Ich bin sehr dankbar, dass es Sie gibt.“
Noch 2025 hatte Spahns Fraktion staatliche Förderung für die Denkfabrik vorangetrieben – ein Widerspruch zu R21s früherer Forderung, „öffentliche Gelder für NGOs mit politischer Agenda“ zu streichen. Die politischen Verbindungen der Organisation und ihre wechselnden Positionen zur Finanzierung werfen Fragen nach ihrer Neutralität auf. Ob R21 künftig öffentliche Mittel erhält, hängt nun davon ab, wie sie mit den Vorwürfen umgeht. Die Beteiligung hochrangiger CDU-Vertreter verleiht der Debatte zusätzliche Brisanz.






