26 March 2026, 00:22

Kulturminister Weimer in der Zange: Proteste, Rücktrittsforderungen und Kanzler-Rückendeckung

Alte deutsche Zeitung "Berliner Wespen" vom 21. Februar 1873 mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht, die sich unterhalten, und deutscher Text, der wahrscheinlich das Ereignis beschreibt.

Kulturminister Weimer in der Zange: Proteste, Rücktrittsforderungen und Kanzler-Rückendeckung

Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, steht seit seiner Ernennung 2023 zunehmend in der Kritik. Künstler, Politiker und Kulturinstitutionen üben scharfe Vorwürfe gegen eine Reihe seiner umstrittenen Entscheidungen. Die Kontroversen haben mittlerweile den Bundestag erreicht, wo die Forderungen nach seinem Rücktritt immer lauter werden.

Die Probleme begannen, als Weimer drei linksgerichtete Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss – mit der Begründung, es bestünden mutmaßliche Verbindungen zu extremistischen Kreisen. Zudem ordnete er Überprüfungen von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz an, was bei Verlegern und Buchhändlern Empörung auslöste. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte sein Vorgehen als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Weitere Aufregung entstand, als Weimer den Bau der Erweiterung der Nationalbibliothek Leipzig stoppen wollte. Medienberichte enthüllten zudem seine Bemühungen, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen. Diese Schritte führten zu massiven Protesten, darunter Pfiffe auf der Leipziger Buchmesse 2026 sowie Rücktrittsforderungen von Oppositionsparteien und Kulturschaffenden.

Sogar die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und der Verein der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist:innen (VVN-BdA) forderten Weimer auf, als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald zurückzutreten. Trotz des öffentlichen Aufruhrs verteidigte Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Minister im Bundestag und betonte, Weimer genieße nach wie vor sein Vertrauen. Merz räumte zwar ein, dass ein Kulturstaatsminister zwangsläufig mit Kontroversen konfrontiert werde, ging auf konkrete Vorwürfe jedoch nicht ein.

Während einige konservative Stimmen wie der Kommentator Ulf Poschardt den Medien eine voreingenommene Berichterstattung über Weimer vorwerfen, zeigt sich in der öffentlichen Meinung bisher keine spürbare Wende. Die Debatten im März 2026 blieben ergebnislos – die Kulturbranche und die Opposition lehnen seine Amtsführung weiterhin entschieden ab.

Weimer bleibt vorerst im Amt, gestützt durch die Rückendeckung des Kanzlers, doch die Proteste und Rücktrittsforderungen reißen nicht ab. Seine Entscheidungen zu Buchhandlungen, Verfassungsschutz-Prüfungen und Personalien in Kultureinrichtungen spalten die Gesellschaft weiter. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht – Opposition und Kulturschaffende halten an ihren Forderungen nach einem Kurswechsel fest.

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