Lindner lehnt Rentenreform ab: "Keine Meisterleistung, sondern Risikopaket"
Artur HofmannLindner lehnt Rentenreform ab: "Keine Meisterleistung, sondern Risikopaket"
Christian Lindner, ehemaliger Bundesfinanzminister und FDP-Vorsitzender, hat sich kritisch zur Rentenkommission und deren Gesetzespaket geäußert. Er erklärte, er werde den Entwurf in der aktuellen Fassung nicht unterzeichnen. Stattdessen bezeichnete er ihn als ein „solides Handwerksstück“ – aber keineswegs als Meisterleistung.
Lindner räumte ein, dass das Paket sowohl Rückschritte als auch Fortschritte enthalte. Positiv hob er Impulse für mehr Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit hervor. Dennoch übt er an zentralen Punkten scharfe Kritik.
Ein Hauptkritikpunkt ist die geplante Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung. Lindner warnte, dies bringe zwar kurzfristig höhere Einnahmen, schaffe aber langfristige Finanzlasten. Statt das demografische Problem zu lösen, verschärfe es die Situation sogar.
Er zeigte sich gespannt, was vom politischen Prozess übrig bleibe, betonte jedoch, dass er die Reform nicht selbst anführen wolle. Lindner wünschte den Verantwortlichen zwar Erfolg, erklärte aber, sich nun neuen, intellektuell anspruchsvollen Aufgaben zu widmen.
Lindners Haltung unterstreicht die tiefen Gräben in der Rentendebatte. Seine Bedenken gelten vor allem den Risiken einer Ausweitung des staatlichen Rentensystems auf Selbstständige. Wie es mit dem Paket weitergeht, bleibt vorerst offen.
