10 June 2026, 00:45

Linke zerrissen: Streit um Abgeordnetendiäten spitzt sich vor Parteitag zu

Schiedsgericht der Linkspartei lehnt Ramelows Vorschlag zur Gehaltsdeckelung ab

Linke zerrissen: Streit um Abgeordnetendiäten spitzt sich vor Parteitag zu

Ein Streit über die Bezüge von Abgeordneten spaltet die Linke vor ihrem anstehenden Parteitag. Bundestagsvizpräsident Bodo Ramelow versuchte, eine Abstimmung über die Deckelung der Gehälter zu verhindern – doch das Schiedsgericht der Partei wies seinen Einspruch zurück. Der Vorschlag würde die Mitglieder zwingen, ihre Einkünfte auf den Lohn eines durchschnittlichen Arbeitnehmers zu begrenzen.

Der Konflikt begann, als der Parteivorstand der Linken einen Antrag einbrachte, die Diäten ihrer Abgeordneten zu begrenzen. Der Plan, der auf dem Parteitag zur Abstimmung stehen soll, sieht vor, ihre Bezüge an das Gehalt eines typischen Angestellten zu koppeln. Ramelow lehnte den Vorstoß ab und argumentierte, er sei verfassungswidrig.

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Er brachte den Fall vor die Bundesschiedskommission der Partei und beantragte eine einstweilige Verfügung, um die Abstimmung zu blockieren. Das Gremium prüfte seinen Antrag, erklärte ihn jedoch für unzulässig. Offizielle Stellen begründeten dies damit, dass Ramelow keinen Anspruch auf Rechtsschutz habe, da der Antrag noch nicht formal beschlossen worden sei.

Trotz der Rückschläge blieb Ramelow hartnäckig. Er legte Berufung gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts ein und bestand darauf, dass die Gehaltsgrenze gegen rechtliche Grundsätze verstoße. Die Kommission bestätigte jedoch ihr ursprüngliches Urteil, sodass der Antrag weiterhin auf der Tagesordnung des Parteitags bleibt.

Die Entscheidung des Schiedsgerichts ebnet der Linken den Weg, über die Gehaltsdeckelung zu debattieren und abzustimmen. Wird der Beschluss angenommen, müssten ihre Bundestagsabgeordneten künftig mit geringeren Bezügen auskommen. Ramelows juristische Vorstöße konnten den Prozess bisher nicht aufhalten.

Quelle