Lissabons CSD-Demo 2025: Tausende wehren sich gegen wachsende LGBTQIA+-Feindlichkeit
Joseph KreuselLissabons CSD-Demo 2025: Tausende wehren sich gegen wachsende LGBTQIA+-Feindlichkeit
Lissabons 27. CSD-Demo startete mit Tausenden Teilnehmenden gegen wachsende Bedrohungen
Am Samstag um 17 Uhr begann Lissabons 27. Christopher Street Day (CSD)-Demonstration am Marquês-de-Pombal-Platz. Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ versammelten sich Tausende, um ihre Identität zu feiern und gegen die zunehmenden Angriffe auf ihre Rechte zu protestieren.
Rund 50.000 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil – eine Zahl, die den Besucherzahlen der Märsche in den Jahren 2024 und 2025 entspricht. Die Organisator:innen bezeichneten die Demo als eine kraftvolle Demonstration von Stolz und Widerstand für LGBTQIA+-Menschen, ihre Familien und Verbündeten. 17 Aktivistengruppen, die sich für queere Rechte, Feminismus und Antirassismus einsetzen, schlossen sich dem Zug an.
Doch die Errungenschaften der Community sind in Gefahr: Gesetz 38 aus dem Jahr 2018, das die selbstbestimmte Geschlechtsidentität schützt, könnte aufgehoben werden. Das CSD-Organisationskomitee warnte, dass jüngste politische Verschiebungen LGBTQI+-Menschen und ihre Familien zunehmend bedrohen. Joana Mortágua, Abgeordnete des Linksblocks (Bloco de Esquerda), äußerte sich enttäuscht, dass der Kampf für Rechte, die einst als gesichert galten, weiterhin geführt werden muss.
Paulo Muacho von der Partei Livre betonte die Dringlichkeit, an CSD-Veranstaltungen teilzunehmen. Er verwies auf eine radikalisierte Rechte, die vermehrt queere Gemeinschaften ins Visier nehme. Organisator Helder Bértolo prognostizierte für 2026 noch größere Teilnehmerzahlen – angesichts wachsender Sorgen über Angriffe auf hart erkämpfte Freiheiten.
Die Demonstration endete mit Appellen zu weiterer Wachsamkeit und Solidarität. Angesichts der bedrohten rechtlichen Schutzmechanismen gelobten Organisator:innen und Teilnehmende, ihren Widerstand fortzusetzen. Schon jetzt wird erwartet, dass der nächste CSD im kommenden Jahr noch mehr Menschen mobilisieren wird – bereit, die Rechte der Community erneut zu verteidigen.






