Mercedes-Benz diskutiert längere Arbeitszeiten für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Artur HofmannMercedes-Benz diskutiert längere Arbeitszeiten für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Mercedes-Benz prüft Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz angesichts hoher Strukturkosten in Deutschland. Das Unternehmen bestätigte laufende Gespräche mit Arbeitnehmervertretern, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen stehen mögliche Anpassungen der Arbeitszeiten und der Personalkosten.
Die Beschäftigten bei Mercedes-Benz arbeiten derzeit eine standardmäßige 35-Stunden-Woche. Martin Brudermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, argumentiert, dass eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche notwendig sei, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu stärken. Längere Arbeitszeiten könnten seiner Meinung nach helfen, die im internationalen Vergleich zu hohen Lohnkosten zu senken.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats des Automobilherstellers, lehnte Vorschläge ab, die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich zu verlängern. Er wies darauf hin, dass einige deutsche Werke bereits unterausgelastet seien, was eine solche Maßnahme unwirksam mache. Zudem betonte Lümali, dass Lohnverhandlungen in die Zuständigkeit der IG Metall und der Arbeitgeberverbände fielen – direkte Gespräche zu diesem Thema seien daher derzeit nicht möglich.
Das Unternehmen erklärte, es gebe keine konkreten Pläne, die 35-Stunden-Woche abzuschaffen. Dennoch führe man intensive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, um Lösungen für eine höhere Effizienz zu finden. Mercedes-Benz lotet weiterhin Optionen aus, um Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern.
Die Debatte über Arbeitszeiten und Löhne bleibt jedoch ungelöst, und kurzfristige Änderungen sind nicht zu erwarten. Weitere Verhandlungen hängen von übergeordneten Vereinbarungen zwischen der IG Metall und den Arbeitgeberverbänden ab.
