02 April 2026, 08:26

Messerangriffe in Berlin: Wie die AfD mit Kriminalstatistiken den Wahlkampf befeuert

Ein schildförmiges Polizeibadge von Berlin mit einem blauen Hintergrund, weißer Umrandung und einem zentralen weißen Stern, auf dem 'Polizei Berlin' in schwarzer fetter Schrift steht.

Messerangriffe in Berlin: Wie die AfD mit Kriminalstatistiken den Wahlkampf befeuert

Messattacken in Berlin sind zum zentralen Wahlkampfthema geworden – die rechtspopulistische AfD fordert mehr Transparenz und behauptet, ihre neu veröffentlichten Daten zu polizeilich erfassten Vorfällen würden Lücken in der offiziellen Kriminalstatistik aufdecken. Die Auswertung der Partei zeigt zwar einen Anstieg der Angriffe, Kritiker werfen ihr jedoch vor, mit der Debatte eher Spaltung zu schüren als Lösungen voranzutreiben.

Laut Berliner Polizei gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD verweist in ihrer Analyse auf Diskrepanzen zwischen polizeilichen Einsätzen und den in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fällen. Um das Ausmaß des Problems zu veranschaulichen, hat die Partei eine interaktive "Messer-App" veröffentlicht, die Angriffe, Verletzungen und Tatorte in der Stadt kartografisch darstellt.

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Kristin Brinker, Fraktionsvorsitzende der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, wirft der regierenden Koalition vor, zentrale Informationen – etwa die Nationalitäten der Tatverdächtigen – zurückzuhalten. Anders als die meisten Bundesländer veröffentlicht Berlin diese Daten nicht. Die AfD pocht darauf, dass nur durch vollständige Transparenz die steigende Gewalt wirksam bekämpft werden könne.

Unklar bleibt indes die Verurteilungsquote bei Messerdelikten. Zwar wurden im vergangenen Jahr 1.765 Angriffe im öffentlichen Raum registriert, doch nur zwei spektakuläre Urteile sind dokumentiert: ein 2025 gefälltes Urteil wegen einer Attacke am Holocaust-Mahnmal sowie ein Schuldspruch in einem tödlichen U-Bahn-Stichangriff – ebenfalls aus dem Jahr 2025. Parallel dazu stieg auch die Waffengewalt: Die Polizei verzeichnete 2025 einen Anstieg um 68 Prozent bei Schusswaffendelikten.

Scharfe Kritik an der AfD-Kampagne kommt von der Linken, die der Partei vorwirft, gezielt Ängste zu schüren und Migranten an den Pranger zu stellen. Gegner halten den Fokus auf Messerattacken für einen Vorwand, um politische Agenden zu pushen – statt die öffentliche Sicherheit zu verbessern.

Die Forderung der AfD nach mehr Transparenz hat die Debatte um Berlins Messerkriminalität weiter angeheizt. Angesichts steigender Angriffszahlen und spärlicher Verurteilungsdaten wird die Diskussion über den Umgang mit Gewaltverbrechen im Wahlkampf an Schärfe gewinnen. Die Frage, ob Herkunftsdaten von Tatverdächtigen offengelegt werden sollen, bleibt dabei eines der umstrittensten Themen.

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