07 June 2026, 06:20

Organspende-Reform: Soll jeder automatisch zum Spender werden?

Berliner haben bisher in diesem Jahr mehr Organe gespendet

Organspende-Reform: Soll jeder automatisch zum Spender werden?

Eine Gruppe von Abgeordneten verschiedener Parteien will die Regeln zur Organspende in Deutschland ändern. Nach dem neuen Vorschlag würde jeder Erwachsene automatisch zum potenziellen Spender – es sei denn, er widerspricht ausdrücklich. Die Pläne haben bereits Bedenken hinsichtlich Ethik und persönlicher Rechte ausgelöst.

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Sollte die Reform verabschiedet werden, würde sie 2030 in Kraft treten und das aktuelle System ersetzen, das eine ausdrückliche Zustimmung der Spender oder ihrer Angehörigen erfordert. Die Organspendezahlen in Deutschland sind in diesem Jahr gestiegen. Von Januar bis Mai 2026 wurden bundesweit 1.405 Organe gespendet – ein Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025. Allein in Berlin stieg die Zahl der Spenden von 39 auf 73 Organe.

Trotz des Zuwachses übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Rund 8.200 Patientinnen und Patienten stehen auf der nationalen Warteliste. In Berlin warten über 400 Menschen auf ein Spenderorgan, obwohl bis Ende Mai 2026 bereits 140 Transplantationen durchgeführt wurden.

Das aktuelle System verlangt von Spendern oder ihren nächsten Angehörigen eine klare Einwilligung. Kritiker aus der Politik argumentieren jedoch, dass ein Widerspruchsmodell grundlegende Rechte verletzen könnte. Die Debatte wird nun im Bundestag geführt, wo die Abgeordneten die ethischen und praktischen Folgen der Reform abwägen müssen.

Ziel der geplanten Neuregelung ist es, den anhaltenden Mangel an Spenderorganen zu bekämpfen. Wird sie verabschiedet, wäre dies ein grundlegender Wandel in der deutschen Organspendepolitik. Die parlamentarischen Beratungen werden entscheiden, ob das Widerspruchsmodell bis 2030 Gesetz wird.

Quelle