Pfingsten zwischen Heiligen Geist und einem Vogel, der Millionen Dominosteine umwarf
Lilian BarthPfingsten zwischen Heiligen Geist und einem Vogel, der Millionen Dominosteine umwarf
An diesem Wochenende steht Pfingsten an – ein zentrales Ereignis der christlichen Tradition. Das Fest erinnert an die Ausgießung des Heiligen Geistes, als die Jünger Jesu laut Apostelgeschichte 2:4 plötzlich in unbekannten Sprachen zu sprechen begannen. Gleichzeitig wird im Fernsehen ein ganz anderes Spektakel zu sehen sein – eines mit Millionen umfallender Dominosteine und einem unerwarteten gefiederten Störenfried.
Pfingsten hat für Gläubige eine tiefe Bedeutung: Es symbolisiert das Kommen des Heiligen Geistes und die Geburt der geistlichen Gaben. Der Bibel zufolge erhielten die Jünger damals die Fähigkeit, in anderen Sprachen zu reden – ein Moment, der später pfingstlerische Kirchen dazu inspirierte, das Fernsehen als Mittel der Verkündigung zu nutzen, etwa durch Fernsehprediger. Doch bleibt die Frage, ob sich solche spirituellen Erfahrungen wirklich über den Bildschirm vermitteln lassen.
Am Samstag zeigt RTL in der Sendung „Die größten TV-Momente aller Zeiten“ einen der berüchtigtsten Fernsehunfälle: 2005 flog während des Domino Day in den Niederlanden ein Vogel in die aufgestellten Dominoreihen und warf Millionen Steine um – noch vor dem offiziellen Start. Die Art des Vogels wurde nie geklärt, was dem Vorfall eine kleine mysteriöse Note verleiht. Die Sendung präsentiert auch andere unvergessliche TV-Auftritte, doch keiner ist ganz so chaotisch wie dieser.
In Österreich hingegen ist im Rahmen der Wiener Festwochen auf ORF ein Auftritt des Glaubensheilers Braco zu sehen. Bis Redaktionsschluss stand die genaue Dauer seines Beitrags noch nicht fest – eine weitere Unwägbarkeit an diesem Wochenende.
Das Programm verbindet Sakrales und Profanes: von den uralten Pfingstbräuchen bis zur TV-Doku über ein Dominodesaster. Während das eine Ereignis göttliches Wirken reflektiert, zeigt das andere die Unberechenbarkeit von Live-Übertragungen. Beide erinnern auf ihre Weise daran, wie sehr das Leben – und manchmal auch das Fernsehen – unsere Erwartungen übertrifft.






