Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalnot ab – und setzt auf Technologie
Artur HofmannPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalnot ab – und setzt auf Technologie
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat trotz anhaltendem Personalmangel eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. Er betonte, dass die Bundeswehr auch weiterhin auf das Freiwilligenprinzip setzen werde.
Der Minister bestätigte, dass weder eine generelle Wehrpflicht noch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung derzeit zur Debatte stehen. Als Hauptgründe nannte er den Mangel an Ausbildern sowie unzureichende Infrastruktur für großangelegte Ausbildungsprogramme. Stattdessen beobachtet die Regierung die Entwicklung der Truppe genau und könnte korrigierende Maßnahmen ergreifen, falls künftig mehr Stellen als qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen.
Pistorius verwies zudem auf den Wandel militärischer Macht, die heute zunehmend auf hochmoderne Technologie und den massenhaften Einsatz kostengünstiger Drohnen setzt. Um Lieferkettenrisiken zu verringern, wurde ein Runden Tisch ins Leben gerufen, der die Zusammenarbeit zwischen Industriezweigen fördern soll. Darüber hinaus forderte er eine bessere Nutzung des Know-hows der Automobilbranche, um die Rüstungsindustrie zu stärken.
Interne Prüfungen hatten kürzlich erhebliche Kostenexplosionen beim Fregatten-Projekt F126 offenbart. Die Gesamtkosten belaufen sich mittlerweile auf über 18 Milliarden Euro – ein Plus von 8 Milliarden im Vergleich zu früheren Schätzungen.
Die Entscheidung bedeutet, dass die Rekrutierung für die Bundeswehr weiterhin auf freiwilliger Basis erfolgt. Der Fokus liegt auf technologischem Fortschritt und industrieller Kooperation, um die Verteidigungsfähigkeit zu sichern. Die Kostenüberschreitungen bei Großprojekten wie der F126-Fregatte erfordern jedoch weitere Überprüfungen.
