23 May 2026, 14:20

Polizeiskandal in Baccum: Beamter wegen sexueller Belästigung beschuldigt – Direktorin unter Strafvereitelungsverdacht

Deckte der Polizeichef für einen Kollegen?

Polizeiskandal in Baccum: Beamter wegen sexueller Belästigung beschuldigt – Direktorin unter Strafvereitelungsverdacht

Ein 37-jähriger Polizeibeamter des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim sieht sich mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung bei einer privaten Boßel-Veranstaltung in Baccum konfrontiert. Der Vorfall hat mittlerweile zu offiziellen Ermittlungen geführt – auch Polizeidirektorin Nicola Simon gerät wegen ihres Umgangs mit der Situation in die Kritik. Beide Beamte stehen nun im Mittelpunkt eines wachsenden Skandals.

Der beschuldigte Beamte war nach der angeblichen Belästigung zunächst von der Veranstaltung entfernt worden. Dennoch soll Polizeidirektorin Nicola Simon ihm laut Berichten die Rückkehr und die weitere Teilnahme am Fest ermöglicht haben. Ihr Verhalten wirft schwere Fragen nach einer möglichen Strafvereitelung auf.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück prüft den Fall nun eingehend. Gegen den Beamten wird wegen sexueller Belästigung ermittelt, während Simon der Verdacht der Strafvereitelung im Amt vorgeworfen wird – ein Delikt, das mit Haftstrafen oder hohen Geldbußen geahndet werden kann. Sie wurde bereits vorläufig von ihren Dienstpflichten suspendiert, bis weitere Schritte eingeleitet werden.

Gegen Simon wurden zudem disziplinarrechtliche Verfahren durch die Polizeidirektion Osnabrück eingeleitet. Die möglichen Konsequenzen reichen von einer offiziellen Rüge bis hin zur vollständigen Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Das Polizeikommissariat Emsland/Grafschaft Bentheim hingegen verhielt sich bislang zurückhaltend und verwies alle Anfragen an die Polizeidirektion Osnabrück.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Kommissariat in der Öffentlichkeit in der Kritik steht. Bereits in einem früheren Skandal war ein ehemaliger Hauptkommissar aufgefallen, weil er in privaten Chats mit Kollegen rassistische und nationalsozialistisch verherrlichende Inhalte geteilt hatte.

Der Fall setzt sowohl den beschuldigten Beamten als auch Nicola Simon unter erheblichen juristischen und beruflichen Druck. Sollte sie schuldig gesprochen werden, drohen Simon schwere Sanktionen, darunter der Verlust ihrer Position. Die Ermittlungen dauern derweil an; in den kommenden Wochen werden weitere Entwicklungen erwartet.

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