Rettungsdeal für Domo in Leuna gibt der ostdeutschen Chemie Hoffnung
Lilian BarthRettungsdeal für Domo in Leuna gibt der ostdeutschen Chemie Hoffnung
Die chemische Industrie in Ostdeutschland steht vor dem dritten Krisenjahr in Folge. Ein möglicher Rettungsdeal für Domo in Leuna gibt der angeschlagenen Branche nun Hoffnung. Am Mittwoch werden zentrale Akteure über die neuesten Entwicklungen im Insolvenzverfahren des Unternehmens beraten.
Die beiden insolventen Domo-Tochtergesellschaften könnten bald vom Standortbetreiber InfraLeuna und Leuna-Harze übernommen werden. Dieser Schritt gilt als lebenswichtige Rettungsleine für die Branche, die unter hohen Energiekosten, regulatorischem Druck und harter globaler Konkurrenz leidet. Geopolitische Spannungen, darunter der Nahostkonflikt, haben die Lage zusätzlich verschärft.
Die Krise zeigt sich in sinkender Produktion und schwacher Nachfrage. Die traditionelle Chemieproduktion ging im vergangenen Jahr um etwa drei Prozent zurück, während die Fabriken nur zu 72 Prozent ausgelastet waren. Trotz dieser Herausforderungen erzielte die ostdeutsche chemische und pharmazeutische Industrie 2025 einen Gesamtumsatz von 28,5 Milliarden Euro – ein bescheidener Anstieg von 0,5 Prozent, der allein auf die Pharmasparte zurückging.
Stellenabbau ist inzwischen an der Tagesordnung, doch nur jedes zehnte Unternehmen rechnet mit einer schnellen Erholung. Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der vorläufige Insolvenzverwalter sowie Vertreter des Chemieparks werden diese Themen im Rahmen des Updates am Mittwoch erörtern.
Die geplante Übernahme der Domo-Tochtergesellschaften könnte der gebeutelten Branche etwas Entlastung verschaffen. Angesichts weiterhin hoher Energiekosten, strenger Vorschriften und globaler Konkurrenz bleibt die Erholung jedoch ungewiss. Die Ergebnisse der Mittwochsgespräche könnten eine klarere Richtung für die Zukunft weisen.






