Rettungseinsatz für gestrandeten Buckelwal in der Lübecker Bucht läuft auf Hochtouren
Joseph KreuselRettungseinsatz für gestrandeten Buckelwal in der Lübecker Bucht läuft auf Hochtouren
Seit Tagen gestrandeter Buckelwal in der Lübecker Bucht – Rettungsteams graben Kanal für die Befreiung
Seit mehreren Tagen sitzt ein Buckelwal in der Lübecker Bucht an der deutschen Ostseeküste fest. Rettungskräfte versuchen nun, das Tier zu befreien, indem sie mit Baggern einen 50 Meter langen Kanal graben.
Es handelt sich um den ersten derartigen Strandungsfall in der Region seit fünf Jahren. Der letzte dokumentierte Vorfall ereignete sich im März 2026, als ein zehn Meter langer Wal nach wochenlangem ungewöhnlichem Verhalten in den heimischen Gewässern lebend bei Niendorf an Land gespült wurde.
Der aktuelle Notfall des Wals folgt auf eine Reihe besorgniserregender Beobachtungen. Experten vermuten, dass sein schlechter Gesundheitszustand – gekennzeichnet durch Hautkrankheiten und Erschöpfung – das Tier geschwächt hat. Hinzu kommen Verfangenschaften in Fischernetzen und der geringe Salzgehalt der Ostsee, der für Buckelwale ungeeignet ist. Starke Winde und niedrige Wasserstände trieben das Tier schließlich auf eine Sandbank, von der aus es nicht mehr in tiefere Gewässer zurückgelangen konnte.
Rettungsaktionen für gestrandete Meerestiere sind kein Novum. So trug während des Tsunamis in Südasien im Jahr 2004 ein Elefantenbaby namens Ning Nong in Thailand ein achtjähriges Mädchen in Sicherheit. Im selben Jahr bildeten Delfine in Neuseeland einen schützenden Kreis um Schwimmer, um sie vor einem Weißen Hai zu bewahren. Bereits 1996 rettete die Gorilladame Binti Jua im Brookfield Zoo von Chicago einen dreijährigen Jungen, der in ihr Gehege gestürzt war.
Derzeit konzentriert sich die Rettungsaktion darauf, dem Wal einen Fluchtweg zu schaffen. Gelingt dies, könnte das Tier die Chance erhalten, freies Gewässer zu erreichen und sich zu erholen.
Sein Zustand bleibt jedoch kritisch, da mehrere Faktoren zu der Strandung beigetragen haben. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin genau, während die Befreiungsversuche andauern. Ein Erfolg wäre ein seltener Lichtblick für einen Buckelwal in dieser Region.






