"Russischer Schlafagent": FDP-Politikerin greift SPD-Abgeordneten scharf an
Artur Hofmann"Russischer Schlafagent": FDP-Politikerin greift SPD-Abgeordneten scharf an
Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik und die Beziehungen zu Russland hat deutsche Politiker gegeneinander aufgebracht. Die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann griff ihren SPD-Kollegen Rolf Mützenich scharf an und bezeichnete ihn als „russischen Schlafagenten“. Die Auseinandersetzung löste scharfe Verurteilungen von Spitzenpolitikern aller Parteien aus.
Der Konflikt eskalierte, als Mützenich den Abzug US-amerikanischer Truppen aus Europa begrüßte und Verhandlungen über Rüstungskontrolle mit Russland vorschlug. Er plädierte für Gespräche, um Moskaus nuklearfähige Raketen aus Belarus und Kaliningrad abziehen zu lassen, und bezeichnete dies als Rückkehr zu „Abschreckung und kluger Diplomatie“.
Strack-Zimmermann wies den Vorschlag umgehend als „verantwortungslos und realitätsfremd“ zurück. Sie warf Mützenich vor, damit „russischen Kriegsverbrechern“ in die Hände zu spielen, und behauptete, er sei „seit Jahren in einer regierungsnahen Fraktion eingebettet“.
Die Auseinandersetzung spitzte sich weiter zu, als sie Mützenich als „russischen Schlafagenten“ bezeichnete. CDU-Chef Armin Laschet verurteilte diese Wortwahl als „beispiellos niederträchtig“ und betonte, Demokraten dürften nicht zu Beleidigungen greifen. Er forderte Strack-Zimmermann auf, ihre Äußerungen zurückzunehmen, und warnte, die eigentlichen Bedrohungen für die Demokratie lägen woanders.
Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisierte den Angriff als „beschämend und unwürdig“. Strack-Zimmermann blieb jedoch bei ihrer Aussage. Sie warf Laschet vor, die inhaltliche Debatte über die Außenpolitik auszuweichen, und wiederholte ihren Vorwurf, Mützenich sei seit langem eine Belastung, die die Sicherheit Deutschlands untergrabe.
Der Streit vertieft die Spaltungen darüber, wie Deutschland mit Russland umgehen soll. Mützenichs Forderung nach Dialog stößt auf vehementen Widerstand, während Strack-Zimmermanns Vorwürfe Empörung ausgelöst haben. Die Auseinandersetzung zeigt die anhaltenden Spannungen innerhalb der Koalition in Fragen der Verteidigung und diplomatischen Strategie.






