19 June 2026, 10:16

Schufa-Reform: Mehr Transparenz bei Bonitätsbewertungen – doch Gerichte fordern Nachbesserungen

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

Schufa-Reform: Mehr Transparenz bei Bonitätsbewertungen – doch Gerichte fordern Nachbesserungen

Die Schufa aktualisiert ihr Bonitätsbewertungssystem, um die Transparenz für Verbraucher zu verbessern. Das neue Modell, das im März 2023 eingeführt wurde, nutzt eine standardisierte Skala von 100 bis 999 und zwölf klar definierte Kriterien. Dennoch gibt es weiterhin juristische Auseinandersetzungen darüber, wie detailliert das Unternehmen seine Berechnungsmethoden offenlegen muss.

Im März 2023 führte die Schufa ein überarbeitetes Scoring-Modell ein, das die Bewertung der Kreditwürdigkeit vereinfachen soll. Das System basiert nun auf einer eindeutigen numerischen Skala und stützt sich auf zwölf spezifische Faktoren. Ziel ist es, Verbrauchern zu ermöglichen, die Elemente nachzuvollziehen und zu überprüfen, die ihre Bonitätswerte beeinflussen.

Fünf Personen haben die Schufa verklagt und argumentieren, dass die gegebenen Erklärungen nicht ausreichend detailliert seien. Das Oberlandesgericht Dresden gab ihnen recht und entschied, dass Verbraucher die zentralen Faktoren und deren Gewichtung nachvollziehen können müssen. Der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof, der entscheiden muss, ob die Offenlegungen der Schufa den GDPR-Standards für automatisierte Entscheidungsfindung entsprechen.

Der Rechtsstreit dreht sich um die Abwägung zwischen Transparenz und dem Schutz unternehmensinterner Logik. Die Kläger fordern tiefere Einblicke in die Berechnung der Bonitätswerte, während die Schufa darauf besteht, dass ihre aktuellen Angaben bereits den gesetzlichen Vorgaben genügen. Das Urteil könnte künftige datenbasierte Bewertungen beeinflussen und die GDPR-Pflichten für ähnliche Systeme präzisieren.

Bis Ende 2028 plant die Schufa, das alte, komplexere Modell vollständig durch das neue System zu ersetzen. Zudem werden ab November 2026 neue Datenschutzgesetze in Kraft treten, die strengere Transparenzregeln für „materielle Scoring“-Systeme vorsehen.

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Die Gerichtsentscheidung wird darüber bestimmen, ob die Schufa mehr über ihre Bewertungslogik preisgeben muss. Das Urteil könnte zudem einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie andere automatisierte Systeme unter der GDPR mit Transparenz umgehen. Das aktualisierte Modell der Schufa ist bereits im Einsatz, die vollständige Umsetzung wird bis Ende 2028 erwartet.

Quelle