Söder fordert mehr Tempo von Merz' Koalition – und warnt vor Stillstand
Artur HofmannSöder fordert mehr Tempo von Merz' Koalition – und warnt vor Stillstand
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat von der deutschen Koalitionsregierung schnellere Entscheidungen gefordert. In einem Interview mit der Bild am Sonntag betonte der CSU-Vorsitzende, dass die aktuellen Herausforderungen zügiger angepackt werden müssten – trotz der Schwierigkeiten des vergangenen Jahres unter Bundeskanzler Friedrich Merz.
Söder machte deutlich, dass er weiterhin hinter den Zielen der Koalition stehe, räumte jedoch ein, dass die bisherigen Ergebnisse nicht überzeugend seien. Er wies Vorwürfe zurück, Merz regiere Deutschland wie einen Konzern, und lehnte den Vorwurf eines technokratischen Führungsstils ab.
Der CSU-Chef schloss zudem Spekulationen über einen vorzeitigen Bruch der Koalition aus und bezeichnete solche Diskussionen als „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“. Stattdessen mahnte er zu Geduld und betonte, die Regierung müsse „diese dicken Bretter bohren“, um die aktuellen Hindernisse zu überwinden.
Zu den drängendsten Problemen zählte Söder US-Zölle sowie die zweite Energiekrise in Deutschland innerhalb von fünf Jahren. Er warnte vor einer Lähmung der Koalition und äußerte Besorgnis über die Folgen für die parlamentarische Demokratie, falls der Stillstand anhalte.
Söders Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck auf die Koalition wächst, schneller Ergebnisse zu liefern. Zwar unterstützt er Merz’ Führung, doch seine Forderung nach mehr Tempo spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit der zögerlichen Entscheidungsfindung wider. Die Regierung steht nun vor der Aufgabe, externe Herausforderungen zu bewältigen, ohne dabei die Stabilität zu gefährden.






