02 April 2026, 10:22

Spätaussiedler aus Kasachstan: Vom Massenexodus zum Stillstand bis 2025

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler aus Kasachstan: Vom Massenexodus zum Stillstand bis 2025

Die Zahl der Spätaussiedler, die aus Kasachstan nach Deutschland kommen, ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. Anfang der 2000er-Jahre machten sich noch Zehntausende jährlich auf den Weg, doch 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes, nur noch 1.079 registriert. Der Rückgang spiegelt tiefgreifende Veränderungen in den Migrationsmustern und strengere Aufnahmebestimmungen wider.

In den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er verließen jährlich Zehntausende Kasachstan in Richtung Deutschland. Viele von ihnen waren ethnische Deutsche, die vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, steigendem Antisemitismus und ethnischer Diskriminierung nach dem Zerfall der Sowjetunion flohen. Eine vorübergehende Aussetzung des deutschen Aussiedleraufnahmegesetzes in den Jahren 1992–93 bremste die Zuwanderung zwar, doch blieben die Zahlen noch jahrelang hoch.

Bis 2025 hatte sich das Bild gewandelt. Friedland, die einzige Aufnahmeeinrichtung für Spätaussiedler in Niedersachsen, bearbeitete in diesem Jahr nur noch 4.238 Personen. Davon kamen 1.079 aus Kasachstan – deutlich weniger als die über 38.000, die Anfang der 2000er-Jahre verzeichnet wurden. Weitere Herkunftsländer waren Russland mit 2.562 Personen, die Ukraine mit 381 und Kirgisistan mit 80.

Der Rückgang ist auf strengere Kontingente und die nahezu vollständige Abwanderung der ethnisch deutschen Bevölkerung aus Kasachstan zurückzuführen. Heute berufen sich die meisten Antragsteller auf Familienzusammenführung, Rentenansprüche oder Restleistungsansprüche. 2025 prüften die Behörden 6.209 Anträge, genehmigten jedoch nur 3.700. Friedland koordiniert zudem Integrationshilfen wie Sprach- und Orientierungskurse für diejenigen, denen die Einreise bewilligt wurde.

Der deutliche Rückgang der Spätaussiedler aus Kasachstan markiert das Ende einer großen Migrationswelle. Mit weniger als 2.000 Neuankömmlingen pro Jahr liegt der Fokus nun auf Familienzusammenführungen im kleineren Rahmen und verwaltungstechnischen Einzelfällen. Friedland bleibt zwar für die Registrierungen zuständig, doch die Ära der Massenaussiedlung aus Kasachstan ist weitgehend abgeschlossen.

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