Spritpreise explodieren: Warum Deutschland besonders stark betroffen ist
Joseph KreuselBundesregierung wird Preispaket für Kraftstoffe bis Anfang April abschließen - Spritpreise explodieren: Warum Deutschland besonders stark betroffen ist
Spritpreise in Deutschland steigen rasanter als im Rest Europas – Regierung reagiert mit schärferen Regeln
Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind deutlich schneller gestiegen als in anderen europäischen Ländern und lösen damit breite Besorgnis aus. Im Februar 2026 erreichte der Durchschnittspreis für Superbenzin 1,81 Euro pro Liter – fast die Hälfte davon entfiel auf Steuern. Nun treibt die Bundesregierung neue Vorschriften voran, um plötzliche Preissprünge einzudämmen und für mehr Transparenz an den Tankstellen zu sorgen.
Zwischen dem 23. Februar und dem 9. März 2026 stiegen die Nettopreise für Superbenzin in Deutschland um 29 Prozent – fast doppelt so stark wie im EU-Durchschnitt, wo der Anstieg bei 16 Prozent lag. Trotz wiederholter Anfragen hat die Mineralölbranche die Gründe für den besonders starken Preisanstieg in Deutschland bisher nicht vollständig erklärt. Vertreter der Industrie weisen jedoch Vorwürfe zurück, ihre Stellungnahmen seien unzureichend gewesen.
Der Gesetzentwurf der Regierung sieht strengere Kontrollen bei der Preisgestaltung vor. Tankstellen dürfen demnach künftig die Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen, Senkungen bleiben jedoch jederzeit möglich. Zudem gilt künftig eine umgekehrte Beweislast: Unternehmen müssen Preissteigerungen aktiv begründen.
Um die Aufsicht zu verschärfen, erhält das Bundeskartellamt erweiterte Befugnisse, um ungerechtfertigte Großhandelspreiserhöhungen zu prüfen und gegebenenfalls zu blockieren. Darüber hinaus plant die Regierung, Teile der strategischen Ölreserven freizugeben, um den Marktdruck zu verringern. Das gesamte Gesetzgebungsverfahren soll bis Anfang April abgeschlossen sein.
Behördenverteter betonen, dass die Neuregelungen fairere Bedingungen für Autofahrer schaffen sollen. Hohe Steuern machen bereits etwa die Hälfte der Spritkosten in Deutschland aus und belasten damit Haushalte und Unternehmen zusätzlich.
Die neuen Regeln begrenzen tägliche Preiserhöhungen und zwingen Unternehmen, Steigerungen zu erklären. Da das Gesetz voraussichtlich bis Anfang April in Kraft tritt, könnten Verbraucher bald stabilere Preise an der Zapfsäule erleben. Auch die Freigabe der Ölreserven könnte in den kommenden Monaten helfen, globale Marktschwankungen auszugleichen.






