19 April 2026, 14:25

Streit um Münchner Abschiebezentrum: Knotenpunkt oder Menschenrechtsproblem?

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um Münchner Abschiebezentrum: Knotenpunkt oder Menschenrechtsproblem?

Pläne für ein neues Abschiebezentrum in München haben unter Politikern und Hilfsorganisationen für Aufsehen gesorgt. Kritiker befürchten, dass die Einrichtung die Stadt zu einem zentralen Abschiebeknotenpunkt machen und gleichzeitig schutzbedürftige Gruppen vom Asylverfahren ausschließen könnte. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Transparenz und des Ausmaßes der geplanten Abschiebungen.

Florian Herrmann von der CSU verwies auf Daten der Bundespolizei, zufolge derer gegenwärtig etwa 260.000 Menschen in Deutschland einer vollstreckbaren Abschiebeanordnung unterliegen. Das geplante Terminal soll die Zahl der Abschiebungen erhöhen, stößt jedoch auf sofortige Ablehnung.

Johannes Becher, Grünen-Abgeordneter im bayerischen Landtag, kritisierte die mangelnde Klarheit über das Projekt. Er warnte, München drohe zu einem zentralen Abschiebe-Drehkreuz zu werden – insbesondere für gut integrierte Personen mit gesichertem Arbeitsplatz. Becher betonte, Abschiebungen sollten nur als letztes Mittel eingesetzt werden und sich auf verurteilte Straftäter beschränken, statt breitere Gruppen zu erfassen.

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Benno Zierer, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, bezeichnete den prognostizierten Anstieg der Abschiebungen über das Terminal als unverhältnismäßig hoch. Unterdessen äußerte Stephan Griebel, Sprecher der Freiwilligen-Hilfsnetzwerke in Freising, die Sorge, die Einrichtung könnte als Binnen-Sekundärmigrationszentrum fungieren. Dies, so seine Warnung, könnte Menschen gänzlich den Zugang zu Asylverfahren verwehren.

Griebel plädierte stattdessen für den Ausbau freiwilliger Rückkehrprogramme als humanere Alternative zu Zwangsabschiebungen.

Die Debatte um das geplante Abschiebezentrum hat die Diskussion über Deutschlands Abschiebepolitik weiter verschärft. Gegner fordern mehr Transparenz und setzen sich für freiwillige Rückführungen statt Massenabschiebungen ein. Besonders umstritten bleibt die mögliche Auswirkung der Einrichtung auf den Zugang zu Asyl und die lokale Integration.

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