Trumps Politik belastet transatlantische Beziehungen – Experten fordern Kurswechsel
Lilian BarthTrumps Politik belastet transatlantische Beziehungen – Experten fordern Kurswechsel
Die transatlantischen Beziehungen stehen aufgrund der konfrontativen Haltung von Präsident Donald Trump unter schwerem Druck. Seine Politik hat Europa wie einen Gegenspieler behandelt und Zweifel an der Verpflichtung der USA zur NATO geweckt. Nun fordern zwei hochrangige Persönlichkeiten – Christoph Heusgen, der ehemalige außenpolitische Berater Angela Merkels, und Philip Murphy, früherer US-Botschafter in Deutschland – dringende Maßnahmen, um die Zusammenarbeit zwischen den USA und ihren Verbündeten wiederherzustellen.
Heusgen und Murphy warnen, Trumps einseitiges Vorgehen berge die Gefahr, historische Fehler zu wiederholen. Sie argumentieren, dass isoliertes Handeln einzelner Nationen oft katastrophale Folgen habe. Die Autoren verweisen auf Trumps Versuche, US-Institutionen zu schwächen, indem er die Justiz unter Druck setze, den Kongress ausgrenze und loyal ergebene Anhänger in Schlüsselpositionen der Bundesbehörden berufen habe.
Das Duo weist zudem auf die wachsende Unzufriedenheit in der US-Bevölkerung hin. Steigende Spritpreise und eine harte Migrationspolitik hätten viele Amerikaner gegen Trumps Außenpolitik aufgebracht. Mit Blick auf die Zukunft prognostizieren sie, dass ein demokratischer Präsident die Beziehungen zu Europa neu ausrichten würde – durch eine Stärkung der NATO und fairere Handelsabkommen mit der EU.
In Fragen der globalen Governance schlagen die beiden eine gemeinsame US-deutsche Initiative zur Reform des UN-Sicherheitsrats vor. Deutschlands Bewerbung um einen ständigen Sitz verliert an Unterstützung, und ein System mit halbpermanenten Mitgliedschaften könnte nun realistischer sein. Ihre Strategie hängt davon ab, dass die Demokraten in Washington wieder an Einfluss gewinnen – mit Hoffnungen, die auf die Midterm-Wahlen 2022 gerichtet sind, bei denen die Partei das Repräsentantenhaus und möglicherweise auch den Senat zurückerobern könnte.
Die Autoren betonen, dass beide Länder am meisten davon profitieren, wenn sie sich an das Völkerrecht halten statt auf Machtpolitik zu setzen. Ihr Plan basiert auf demokratischen Wahlsiegen, um Trumps Politik entgegenzuwirken und das Vertrauen auf beiden Seiten des Atlantiks wieder aufzubauen. Ohne solche Veränderungen, warnen sie, würden die Risiken von Instabilität und Spaltung weiter wachsen.






