USA ziehen Tomahawk-Raketen aus Deutschland ab – und hinterlassen eine gefährliche Lücke
Artur HofmannUSA ziehen Tomahawk-Raketen aus Deutschland ab – und hinterlassen eine gefährliche Lücke
Die USA haben ihre Pläne zur Stationierung von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk in Deutschland zurückgezogen und damit eine zentrale Verteidigungsinitiative der Biden-Regierung aufgegeben. Die Entscheidung löst Sorgen über eine mögliche „Abschreckungslücke“ aus, während Europa an eigenen Langstreckenwaffensystemen arbeitet. Deutsche Politiker drängen nun auf rasche Alternativen, um die durch die Streichung entstandene Lücke zu schließen.
Die Tomahawk-Raketen sollten als Übergangslösung dienen, bis europäische Staaten moderne, präzisionsgelenkte Langstreckenwaffen entwickeln könnten. Ihr Abzug hat bei Verteidigungsexperten Alarm ausgelöst, die eine Schwächung der Abschreckungsfähigkeit in der Region befürchten.
Abgeordnete der Unionsfraktion und der SPD haben Verteidigungsminister Boris Pistorius zum schnellen Handeln aufgefordert. Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte die zögerliche Umsetzung beim Ausbau der Langstreckenfähigkeiten der Bundeswehr. Er forderte einen „Aktionsplan 2029“, um sicherzustellen, dass Deutschland ohne Verzögerung eine glaubwürdige Abschreckungshaltung erreicht.
Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, betonte die Notwendigkeit, die europäische Raketenproduktion zu beschleunigen. Sie verwies auf die starke industrielle und technologische Basis des Kontinents und schlug eine Zusammenarbeit mit der Ukraine bei der Entwicklung der FP-5-Flamingo-Marschflugkörper vor. Erndl regte zudem an, innovative Lösungen junger deutscher Rüstungsunternehmen zu prüfen – parallel zu größeren multinationalen Projekten.
Ohne die Tomahawk-Stationierung stehen Deutschland und seine europäischen Partner unter Druck, eigenständige Alternativen zu entwickeln. Politiker setzen nun auf eine beschleunigte Raketenproduktion, sei es durch internationale Kooperationen oder heimische Innovationen. Im Fokus bleibt die Schließung der Abschreckungslücke bis 2029.






