VdK-Präsidentin Bentele lehnt Kürzungen im Gesundheitswesen strikt ab
Joseph KreuselVdK-Präsidentin Bentele lehnt Kürzungen im Gesundheitswesen strikt ab
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, hat sich gegen geplante Kürzungen im Gesundheitswesen ausgesprochen. Vor der Veröffentlichung des Berichts der Gesundheitsfinanzkommission warnte sie, dass Sparmaßnahmen nicht zu Lasten der Leistungen für gesetzlich Versicherte gehen dürften. Die Kommission will am Montag 60 Vorschläge vorlegen, die die Finanzierung des Gesundheitssystems stabilisieren sollen.
Bentele lehnte mehrere mögliche Reformen als unzumutbare Belastung für Patientinnen und Patienten ab. Sie sprach sich gegen höhere Zuzahlungen für Medikamente und die Wiedereinführung von Praxisgebühren aus, da diese bestimmte Gruppen unverhältnismäßig stark treffen würden. Auch Forderungen nach einer Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung wies sie zurück – dies sei eine "getarnte Beitragserhöhung".
Stattdessen plädierte sie für strukturelle Änderungen, um Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen. Dazu gehöre die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze sowie die Ausweitung der beitragspflichtigen Einkommensarten. Zudem schlug sie vor, dass Leistungserbringer vorübergehend auf Ausgabensteigerungen verzichten, um die finanzielle Belastung zu verringern.
Bentele betonte außerdem, dass gesamtgesellschaftliche Kosten – etwa durch Pandemien oder demografische Veränderungen – vom Bund getragen werden müssten und nicht auf die Beitragszahler abgewälzt werden dürften. Der VdK erwarte von den Kommissionsvorschlägen eine Entlastung der Zahler, ohne dass es zu Einschnitten bei notwendigen Leistungen komme.
Die Empfehlungen der Gesundheitsfinanzkommission werden am Montag veröffentlicht. Benteles Position unterstreicht die Spannung zwischen Kostendämpfung und der Aufrechterhaltung von Versorgungsstandards. Ihre Vorschläge zielen auf eine gerechtere Finanzierung ab – statt auf Leistungskürzungen für Versicherte.






