VdK-Präsidentin nennt Rentenkürzungen "zynisch" und warnt vor Altersarmut
Joseph KreuselVdK-Präsidentin nennt Rentenkürzungen "zynisch" und warnt vor Altersarmut
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die geplanten Reformen im Gesundheitswesen und bei der Rente scharf kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele bezeichnete den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz, die gesetzliche Rente zu kürzen, als "zynisch und realitätsfremd". Sie warnte, dass solche Änderungen noch mehr Menschen in Altersarmut treiben würden.
Bentele verurteilte mehrere zentrale Punkte der Regierungsentwürfe. Sie argumentierte, dass die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung die finanziellen Belastungen für Haushalte weiter erhöhen würde. Der vom Gesundheitsministerium vorgelegte Gesetzentwurf, der auf Fachgutachten basiert, soll am Mittwoch im Kabinett beraten werden – doch viele Punkte bleiben umstritten.
Kritik übte sie auch an dem Plan von Gesundheitsministerin Nina Warken, das Krankengeld zu senken. Nach Ansicht Benteles würde dies vor allem chronisch Kranke und Geringverdiener unzumutbar belasten. Um die Finanzierungslücken zu schließen, schlug sie vor, die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an die der Rentenversicherung anzugleichen, damit Besserverdiener einen angemessenen Anteil zahlen.
Bei der Rente betonte Bentele, dass 38 Prozent der Beschäftigten sich keine private Altersvorsorge leisten könnten. Eine Kürzung der gesetzlichen Rente, so ihre Warnung, würde deren Wert mindern und wichtige Leistungen gefährden. Zudem forderte sie, dass der Staat die nicht gedeckten Gesundheitskosten für Bürger:innen im Bezug von Grundsicherung übernimmt.
Die Reformpläne stoßen beim VdK auf massiven Widerstand, da der Verband befürchtet, dass sie die soziale Ungleichheit verschärfen. Benteles Gegenvorschläge zielen darauf ab, Gering- und Mittelverdiener vor weiteren finanziellen Härten zu schützen. Die Kabinettsentscheidung am Mittwoch wird zeigen, ob die umstrittenen Maßnahmen vorankommen.






