30 May 2026, 12:18

Vom Schutz zur Absage: Wie Deutschlands humanitäres Visumprogramm für Russen endet

Leben in der Mitte

Vom Schutz zur Absage: Wie Deutschlands humanitäres Visumprogramm für Russen endet

Ein russisches Paar, das vor politischer Verfolgung floh, erreichte vor zwei Jahren über ein humanitäres Visumprogramm Deutschland. Das einst ausgeweitete Programm zum Schutz von Oppositionellen wurde inzwischen stark eingeschränkt – und lässt über 500 Antragsteller in Unsicherheit zurück.

Lada Chischowa und Dmitry Markewitsch betrieben in St. Petersburg zwei bekannte Hostels, bevor sie Russland im März 2022 verließen. Dmitry hatte sich 2019 bei lokalen Wahlen als Kandidat aufgestellt und war als lautstarker Kritiker der Regierung aufgefallen. Mit Unterstützung der Organisation Horizonte Exilhilfe verließen sie das Land nur wenige Wochen nach Beginn des Ukraine-Kriegs.

Deutschland hatte sein humanitäres Visumprogramm im Mai 2022 beschleunigt, um Russen Schutz zu bieten, die politischer Repression ausgesetzt waren. Der Antrag des Paares wurde zügig bearbeitet, und sie erreichten Deutschland am 18. November desselben Jahres. Seit Februar 2022 sind auf diesem Weg etwa 2.500 Russen ins Land gekommen.

Doch 2023 wurde das Programm de facto ausgesetzt. Die Behörden genehmigen Visen nun nur noch in Ausnahmefällen – etwa für prominente Politiker oder Aktivisten mit engen Verbindungen zu deutschen Institutionen. Die schrittweise Abschaffung der Sonderaufnahmeprogramme wurde im Koalitionsvertrag 2025 festgeschrieben. Menschenrechtsorganisationen und Betroffene kritisieren die plötzliche Kehrtwende in der Politik.

Mehr als 500 Menschen warten weiterhin auf eine Antwort des Auswärtigen Amts. Viele von ihnen hatten sich über dasselbe Programm beworben, das einst Lada und Dmitry eine sichere Zuflucht bot.

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Das humanitäre Visumprogramm, das einst Kritikern der russischen Regierung Schutz gewährte, wurde drastisch reduziert. Da nur noch Einzelfälle berücksichtigt werden, steht die Zukunft von Hunderten Antragstellern in den Sternen. Die Politikänderung spiegelt einen generellen Trend wider, Sonderaufnahmewege in Deutschland einzuschränken.

Quelle