Warum das Humboldt Forum in Berlin noch immer um Akzeptanz ringt
Siglinde WerneckeWarum das Humboldt Forum in Berlin noch immer um Akzeptanz ringt
Das Humboldt Forum in Berlin beherbergt bedeutende Sammlungen wie das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Seine Programme setzen sich mit globalen Themen auseinander – von kolonialer Gewalt bis hin zu Debatten über die Rückgabe von Kulturgut. Doch der Standort hat Schwierigkeiten, ein lokales Publikum anzuziehen; die meisten Besucher sind Touristen.
Das Forum eröffnete mit ehrgeizigen kulturellen Zielen, unterstützt von vermögenden konservativen Spendern. Sie wollten preußischen Glanz ins Stadtzentrum zurückbringen. Doch die abgelegene Lage und das Fehlen von Infrastruktur in der Nähe erschweren längere Besuche.
Die Besucherzahlen bleiben bescheiden. 2022 zogen die Ausstellungen nur 634.000 Menschen an – ein Bruchteil der 8,4 Millionen des Louvre. Kritiker bemängeln, das Gebäude wirke eher wie ein Palast als wie ein öffentlicher Raum. Sein Design und seine Atmosphäre haben es nicht geschafft, es vollständig in das Berliner Stadtleben zu integrieren.
Künstlerische Veranstaltungen wecken dennoch Interesse. Sarah Ama Duahs Performance „to build to bury to remember“ hinterfragt koloniale Perspektiven, indem sie Objekte als lebendige Wesen präsentiert. Das Forum veranstaltet zudem Diskussionen zu vielfältigen Themen, darunter ein verschwundener Fluss in Brasilien.
Trotz seiner kulturellen Bedeutung ist das Humboldt Forum noch kein selbstverständlicher Teil der Stadt. Seine Programme regen wichtige Debatten an, doch die physischen und sozialen Barrieren des Ortes bestehen fort. Die Diskussion über seine Rolle in Berlin geht weiter.
